Cocktail: Dienste-Plattform für höherwertige und gewerbliche Mashups

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Im Software-Markt für komplexe Softwareprodukte bahnt sich aktuell ein einschneidender Wandel an. Dabei sind mehrere wesentliche Trends zu erkennen:

Die Abkehr von traditionellen Lizenzmodellen hin zum Online-Zugriff auf zentral gehostete Anwendungen / Funktionalitäten bezeichnet als Software as a Service (SaaS) oder „Software on Demand“. Dieses Modell bietet den Vorteil kalkulierbarer Kosten bei geringer eigener IT-Infrastruktur. Derzeit sind angebotene Anwendungen noch grobgranular und schwer mit der IT der Nutzer integrierbar. Zudem besitzen viele KMUs keine Ressourcen ihre Software auf SaaS umzustellen.

Im Rahmen des Web 2.0 entsteht ein schnell wachsendes Angebot an sog. Mashups, d.h. Diensten, die inklusive Oberflächen in eigene Web-Anwendungen eingebunden werden können (z.B. Google Maps). Ein starkes Defizit aus Marktsicht ist hier, dass diese Mashups schwer mit Business-Anwendungen integriert werden können (Verfügbarkeit, Qualität, IPRs, fehlende Abrechnungsmöglichkeiten) und daher meist nur nichtkommerziell genutzt werden.

Die gestiegene Bedeutung der Service-orientierten Architekturen (SOA). Hierbei werden feingranulare Dienste durch Prozessorchestrierungssprachen (wie z.B. BPEL) mehrstufig zu höherwertigen Diensten und ganzen Applikationen kombiniert. Ein Problem ist jedoch, dass derzeit im geschäftlichen Umfeld die Potenziale einer unternehmensübergreifenden SOA in Ermangelung von Standardplattformen noch relativ selten genutzt werden.

  • Die Projekt-Idee COCKTAIL schlägt eine Plattform vor, die es ermöglicht Funktionalitäten in unterschiedlichen Granularitäten, d.h. als Dienste, Mashups oder Applikationen, in einer einheitlichen Form bereitzustellen und zu höherwertigen Diensten kombinierbar sowie gestuft gewerblich nutzbar zu machen.
  • Wissenschaftliche wie praxisorientierte Kernthemen COCKTAILs sind Referenzkonzepte und Lösungen zur automatisierten Bestimmung von Qualität / Performanz / Verfügbarkeit und Kompositionalität von Diensten / Mashups sowie „Business Enabling“. Unter letzterem ist eine Plattformgestaltung zu verstehen, die hochflexible Geschäftsmodelle ermöglicht und alle dafür notwendigen Funktionalitäten (von Nutzungsprotokollierung bis Abrechnung) zur Verfügung stellt.
  • Erwartetes Ergebnis von COCKTAIL sind generische Konzepte in den genannten Bereichen sowie deren Umsetzung und technisch-wirtschaftliche Evaluierung in einer real gehosteten Plattform. Exemplarisch in das Projekt eingebrachte Funktionalitäten werden sein: CRM-Dienste, Groupware, Location Based Services und Adressdienste.

Diese innovative Themenstellung, mit ihren zukunftsweisenden aber risikobehafteten technischen und wissenschaftlichen Herausforderungen, besitzt ein sehr hohes Marktpotenzial, da sowohl auf Anbieter- als auch auf Nutzerseite ein hoher Lösungs- und Innovationsbedarf besteht: Für (mittelständische) Diensteanbieter ist COCKTAIL attraktiv, da diese sich dann vollständig auf die Entwicklung der eigentlichen Funktionalitäten fokussieren können und neue Geschäftsfelder erschlossen werden können. Für (mittelständische) Dienstenutzer ergibt sich eine hohe Attraktivität, weil selektiv einzelne Dienste oder Applikationen von externen Anbietern in die eigene IT integriert werden können.

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