Enterprise Grids: Einfache Nutzung verteilter Ressourcen

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Enterprise Grids ist ein Projekt, das im Zeitraum von 2005-2008 lief. Heute spricht man in diesem Kontext von Cloud-Computing.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation (Stand: 2005)

Grid Computing entwickelt sich zum vorherrschenden Modell für die Nutzung verteilter Hard- und Software sowie Daten. Der Begriff steht dabei für die transparente, gemeinsame Nutzung von Ressourcen in einem Netzwerk innerhalb einer Organisation, in Gruppen oder in weltweiten Verbünden. Mit Grid Computing können viele Rechner zu einem Netz verbunden werden. Jeder, der an dieses Netz angebunden ist, kann je nach Bedarf die zur Verfügung stehenden Ressourcen und die angebotenen Dienste nutzen. Dies ermöglicht eine bessere Skalierbarkeit von IT-Systemen, die Verbesserung der Verfügbarkeit von IT-Diensten und geschäftskritischen Anwendungen sowie die Verbesserung des Durchsatzes bei möglichst geringen Kosten.

Zielsetzung

Das Ziel der Wirtschaftsorientierten Strategischen Allianz (WISA) Enterprise Grids der Fraunhofer-Gesellschaft ist es, das Paradigma des Grid Computings für die industrielle Nutzung zu erschließen und den Technologietransfer aus der wissenschaftlichen Nutzung in den wirtschaftlichen Einsatz voranzutreiben. Die vier Fraunhofer-Institute IAO, ITWM, FIRST und SCAI bündeln dazu ihre Kompetenzen aus den Bereichen Grid Computing, High Performance Computing, Virtualisierung von IT-Ressourcen sowie in der Entwicklung innovativer und leistungsfähiger Anwendungen.

Projektbeschreibung und Ergebnisse (Stand: 2008)

Um Unternehmen den Aufbau und Einsatz von Grids zu erleichtern, wurden im Fraunhofer »Enterprise Grids« Grid-Middleware-Komponenten sowie kundenspezifische Grid-Lösungen entwickelt. Darüber hinaus werden Beratungsleistungen rund um das Thema Grid Computing bereitgestellt. Fraunhofer »Enterprise Grids« bietet Komplettlösungen, beginnend bei der Spezialanfertigung von leistungsfähigen Algorithmen, Anwendungen und Services bis hin zum Betrieb der dafür notwendigen IT-Infrastruktur auf Ressourcen der Fraunhofer-Gesellschaft.

Eine wichtige Komponente für die Nutzung von Grid-Technologie ist der einfache und transparente Zugang zu den Ressourcen. Fraunhofer »Enterprise Grid« stellt dafür ein Portal zur Verfügung. Dieses verbirgt die Komplexität der IT-Infrastrukturen und stellt dem Nutzer einen einfach zu bedienenden Zugang zu der großen Zahl von Ressourcen, Anwendungen und Diensten bereit. Die Aufgaben reichen dabei von der Authentifizierung des Nutzers und der darauf basierenden Zuweisung von Nutzungsrechten im Grid über die Steuerung von Prozessen bis zur Ausführung von Anwendung und Diensten und der Darstellung der Ergebnisse.

Die Einführung eines kommerziell in einem Unternehmen genutzten Grids stellt auf Grund des Kosten- und Organisationsaufwands eine wichtige strategische Entscheidung dar. Der Erfolg einer Grid-Einführung hängt dabei von verschiedenen unternehmensspezifischen Faktoren ab, wie z.B. der Grid-Tauglichkeit der jetzigen und zukünftigen Aufgaben, den vorhandenen Hardware- und Software-Ressourcen, der Kooperationsbereitschaft mit anderen Unternehmen oder der Unterstützung durch die Unternehmensleitung.

Der »Grid Check« ist ein strukturiertes Vorgehen, um die Potenziale und Risiken einer Grid-Einführung in einem Unternehmen abzuschätzen und zu bewerten. Ergänzt wird der »Grid Check« durch ein Vorgehensmodell zur Einführung der Grid-Nutzung. Der erste Schritt auf dem Weg zur Nutzung von Grids in Unternehmen stellt die Klärung der strategischen Frage dar, ob sich die Grid-Einführung für das Unternehmen langfristig lohnt und sinnvoll ist. Der »Grid Check« ermöglicht es einem Unternehmen, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Dabei werden folgende Ziele verfolgt:

  • Aufzeigen und Identifizieren von Nutzenpotenzialen
  • Aufzeigen und Bewerten der strategischen Optionen zur Grid-Nutzung
  • Feststellung und Bewertung der Voraussetzungen des Unternehmens für die Grid-Nutzung
  • Erhebung und Analyse der Anforderungen an die Grid-Nutzung
  • Abschätzung der Machbarkeit und des wirtschaftliche Potenzials

Ziel ist es zu überprüfen, ob eines der folgenden Ziele mit Grid-Technologien erreichbar ist:

  • Verbesserung der Nutzbarkeit von Anwendungen
  • Vereinfachung von Arbeitsprozessen
  • Verbesserung der Qualität der Ergebnisse
  • Beschleunigung von Prozessen
  • Kostenreduktion

Diese Ziele sind für unterschiedliche Zielgruppen relevant. Das Management interessiert primär die wirtschaftlichen Fragestellungen (Wirtschaftlichkeitsbetrachtung), IT-Verantwortliche streben Verbesserungen an und Anwender in den Fachabteilungen wünschen sich einfach zu bedienende und schnelle Anwendungen. Der »Grid Check« trägt den Anforderungen der genannten Zielgruppen Rechnung und ermöglicht es, eine fundierte Entscheidung über die Nutzung von Grid-Technologie zu treffen.

Wirkung und Nutzen

Für Unternehmen bietet der Einsatz von Grid Computing die Möglichkeit, Ressourcen je nach Bedarf zu nutzen. Es gewährleistet somit für die Unternehmen eine optimale Ausnutzung der Ressourcen und trägt zu einer höheren Produktivität bei. Das Interesse der Unternehmen für Grid Computing ist geweckt und wächst zusehends. Großunternehmen beginnen bereits mit dem Einsatz von unternehmensinternen Grids, um die Potenziale ihrer IT besser ausschöpfen zu können. Für kleine und mittelständische Unternehmen eröffnet die Grid-Technologie neue Wege, um Anwendungen, Rechenleistungen und Serviceleistungen zu nutzen.

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Teams: Softwaremanagement, Softwaretechnik