Fraunhofer Challenge Projekt: augmented identity - a.id

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Die Grenze zwischen Realität und Datenwelt verschmilzt: Persönliche Daten in digitalen Umgebungen erweitern das Bild einer Person und schaffen eine erweiterte Identität – die Augmented Identity. In einem Fraunhofer Challenge-Projekt werden Leitbilder für eine nutzerkontrollierte Verwendung persönlicher Daten bestimmt, z.B. im Kundenkontaktmanagement, für mögliche Technologie- und Produktentwicklungen, und für als Vision zur Gestaltung intuitiver Mensch-Technik Schnittstellen. Demonstratoren setzen die Augmented Identity in intelligenten Umgebungen und virtuellen Welten um.

In der Informationsgesellschaft werden persönliche Daten in allen Lebensbereichen genutzt, um soziale Kontakte – z.B. in Web-Communities – zu knüpfen und sie zu pflegen oder um Dienstleistungen und Produkte zu individualisieren. Diesen Vorteilen stehen Risiken durch den Kontrollverlust über verbreitete persönliche Daten gegenüber.

Das Fraunhofer Challenge Projekt Augmented Identity hat die Vision einer integrierten persönlichen Sphäre, die alle persönlichen Daten durch in einem nutzerkontrollierten Zugriffspunkt vereint: das Nutzerwerkzeug Augmented Identity. Zentrale Ansatzpunkte für dieses Werkzeug sind:

  • Nutzerkontrolle: Die a.id benötigt weder einen Systembetreiber noch erfolgt eine Speicherung und Verarbeitung der persönlichen Informationen auf einem zentralen Server. Der Nutzer kann über das Ausmaß des Datenzugriffs flexibel selbst entscheiden und besitzt gleichzeitig die volle Kontrolle über seine persönliche Daten.
  • Intuitives Management persönlicher Daten in intelligenten und sozialen Umgebungen: Über User-Interfaces auf mobilen Geräte und am PC können persönliche Daten und der Zugriff darauf verwaltet werden. Digitale “Faces“ machen Daten sichtbar, schützen, schaffen Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten und geben dem a.id Anwender jederzeit einen umfassenden Überblick darüber, welche persönlichen Daten er in welchem Kontext anderen Personen oder Systemen zugänglich macht.

Demonstratorumgebung

Im Projekt wird ein Anwendungsdemonstrator entwickelt, mit dem der Einsatz der Augmented Identity z.B. für die Verwaltung von Kundenkontakten auf Veranstaltungen, Messen oder privat gezeigt wird. Auf mobilen Geräten können die digitalen »Faces« anonym oder mit Namen frei verschickt werden, verschiedenen Personen, Gruppen oder Services unterschiedliche faces freigegeben, und die Verwaltung kontextabhängig automatisiert werden. Die Augmented Identity wird durchgängig in realen und virtuellen Umgebungen eingesetzt: Eine Ad-Hoc-Anbindung an Projektionsflächen oder eine VR-Umgebung ist umsetzbar.

In weiteren Entwicklungen soll die intelligente Verarbeitung der Augmented Identity auf der Basis semantischer Technologien, Data Mining und Reasoning realisiert und Konzepte für die IT-Infrastruktur für Trust, Privacy und Sicherheit erarbeitet werden.