Geschäftsmodelle im internet der Dienste

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Geschäftsmodelle im Internet der DiensteDas wirtschaftliche Potenzial des Cloud Computing in Deutschland wird unterschätzt. Zu dieser Einschätzung kommen 70 Prozent der 114 in dieser Studie befragten IT-Anbieter in Deutschland. Vor allem im Bereich »Software as a Service« wird zukünftig mit starker Zunahme der Kundenachfrage, aber auch steigendem Wettbewerbsdruck gerechnet.

Für die verschiedenen Cloud-Computing-Angebote im Bereich »Infrastructure as a Service«, »Platform as a Service« und »Software as a Service« wird eine zukünftig weiter steigende Bedeutung erwartet. Die größte Bedeutung wird von den ITAnbietern den Software as a Service-Angeboten zugemessen – aktuell schätzen 32 Prozent der Befragten die Bedeutung als hoch ein; 94 Prozent gehen von einer künftig weiter zunehmenden Bedeutung aus.

Vier von fünf befragten IT-Anbietern bieten bereits ein eigenes Software as a Service-Produkt an oder planen ein eigenes Angebot innerhalb der nächsten 24 Monate. Das Produktangebot richtet sich bei zwei Drittel der Unternehmen sowohl an Bestandskunden als auch an neue Kunden und besitzt das Potenzial, bestehende, herkömmliche Lösungen zu ersetzen. Software as a Service entsteht gegenwärtig eher selten durch Migration einer bestehenden Lösung, sondern zwei Drittel der befragten Anbieter entwickeln das Angebot neu.

Kooperationspartnern kommt bei Software as a Service-Angeboten eine wichtige – und im Vergleich zu traditionellen Modellen teilweise andere – Bedeutung zu. Bei der Bereitstellung von Infrastruktur (beispielsweise Hosting) und bei Integrationsdienstleistungen setzt mehr als jedes zweite befragte IT-Unternehmen überwiegend auf die Leistungen eines Partners. Auch bei Kundenansprache, Konfiguration und Schulung spielen Partner häufig eine wichtige Rolle.

Die wichtigsten Vorteile von Software as a Service werden in den Bereichen der schnellen Einführungsmöglichkeit, der Erschließung neuer Kundengruppen und Vertriebswege sowie bei Kostenvorteilen gesehen. Auch mit SaaS verbundene neue Geschäfts- und Umsatzmodelle sind für Anbieter attraktiv. Technisch begeistern vor allem Mandantenfähigkeit und Skalierbarkeit sowie einfache Fehlerbehebung und Versionspflege.

Die größten technischen Herausforderungen sehen die Unternehmen in der Gewährleistung der Verfügbarkeit, in SaaS-spezifischen Fragestellungen der Softwareentwicklung (beispielsweise Multi-Mandanten-Fähigkeit), beim Monitoring von Lösungen sowie bei Fragestellungen der Integration und der Betriebskostenkalkulation.

Die größte Herausforderung auf strategischer Ebene ist es, die Kunden von der Datensicherheit zu überzeugen. Weitere wichtige Herausforderungen liegen im Bereich der Kundenakquisition und Kundenbindung, der Preismodelle und der richtigen Einschätzung der Marktentwicklung. Viele Unternehmen wünschen sich zudem mehr Informationen durch Best-Practice-Fälle, von denen sie lernen können.

Auf dem Weg zu erfolgreichen Angeboten sehen viele Anbieter standardisierte und offene Schnittstellen, Integrationsdienste sowie ein starkes Partnernetzwerk. Ein Viertel der Anbieter setzt für den Einsatz des eigenen Angebots beim Kunden die Integration in andere Systeme zwingend voraus, die restlichen drei Viertel räumen durch entsprechende Techniken zumindest die Möglichkeit der Integration ein.

Die vorliegende Studie des Fraunhofer IAO erläutert Trends, Entwicklungen und Herausforderungen im Detail. Es besteht Handlungsbedarf für Unternehmen, Wissenschaft und Politik in vielen Bereichen, um Software as a Service, Cloud Computing und das Internet der Dienste Realität werden zu lassen. Diese Studie möchte einen Beitrag dazu leisten, Handlungsfelder und wichtige Themen für nächste Schritte aufzuzeigen sowie Lösungsalternativen anzusprechen.

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