Industrie 4.0 Ready Services: TechnologieTrends 2020

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»Industrie 4.0«: Unter diesem Stichwort findet gegenwärtig eine industrielle Revolution statt, die ihren Ausgangspunkt in der digitalen Vernetzung von Maschinen, Lagersystemen und Betriebsmitteln zu sogenannten »Cyber-Physischen Systemen« hat. Intelligente Produkte und Systeme, die eindeutig identifizierbar sind und miteinander kommunizieren, ermöglichen völlig neue Produktionssysteme und eine Neuausrichtung ganzer Wertschöpfungsketten. Zurzeit liegt der Fokus von Industrie 4.0 hauptsächlich auf der Produktfertigung; massiv verändern wird sich aber auch das Geschäft mit industriellen Dienstleistungen. Die Entwicklungen verlaufen so rasant und tiefgreifend, dass praktisch jedes Unternehmen gefordert ist, sich mit Industrie 4.0-Themen auseinanderzusetzen.

Auf der diesjährigen Fachmesse für Industrielle Dienstleistungen und Instandhaltung (MAINTAIN 2014) hat das Fraunhofer IAO eine exklusive Expertenbefragung zu Industrie 4.0-Technologien im Technischen Service durchgeführt. Im Vordergrund der Umfrage standen die Bedeutung unterschiedlicher Technologien sowie deren Auswirkungen auf dedizierte Service-Prozesse. Folgende technologische Trends und Entwicklungen wurden bewertet:

  • Augmented Reality
  • Machine-2-Machine-Kommunikation
  • Recommender-Systeme
  • Service-Apps und Service-Portale
  • Social Media
  • Spracherkennung
  • Virtual Reality

Insgesamt wurden 82 Experten befragt, die meisten davon Service-Verantwortliche bei Maschinenherstellern oder Industriedienstleistern. Die Ergebnisse der Kurzstudie »Industrie 4.0 Ready Services: TechnologieTrends 2020« legen nahe, dass der Einsatz neuer Technologien zu neuen Serviceprodukten, Wertschöpfungskonzepten und veränderten Aufbau- und Ablauforganisationen im Technischen Service führt. Auch die Kombination verschiedener Technologien dürfte bisherige Serviceprozesse maßgeblich beeinflussen. So wird erwartet, dass der Einsatz von Recommender-Systemen in Verbindung mit Vertriebsportalen und Service-Produkt-Konfiguratoren den Vertrieb von Serviceprodukten grundlegend verändert.

Weiterhin wurde deutlich, dass der Einsatz neuer Technologien mit hohen Produktivitätspotenzialen bei unterschiedlichen Serviceprozessen verknüpft wird. Die höchsten Produktivitätszuwächse werden bei der Dokumentation von Serviceprozessen, in der Einsatzplanung und im Bereich der Servicequalifizierung erwartet. Neben diesen Chancen gilt es jedoch auch Hindernisse im Blick zu haben. Diese werden nicht allein in mangelnden finanziellen Mitteln gesehen, sondern auch in der Herausforderung, neue Technologien mit bestehenden Prozessen und Abläufen in Einklang zu bringen.

Laut den Umfrageergebnissen sind praktisch alle Unternehmen gefordert, sich intensiver und systematischer mit Fragen des Technologiemanagements im Technischen Service auseinanderzusetzen, was Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen wird. Noch haben erst wenige Unternehmen damit begonnen. Trotzdem zeichnet sich bereits ab, dass künftig diejenigen Unternehmen im Wettbewerb profitieren werden, die in der Lage sind, die neuen technologischen Möglichkeiten mit den Anforderungen der eigenen Service-Prozesse sinnvoll zu verknüpfen.

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