Innovationsarbeit gestalten

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Nur als innovative Gesellschaft sind wir zukunftsfähig. Innovative Unternehmen, Bildung, Forschung und Technologie sind das Rückgrat für Deutschlands Position im internationalen Wettbewerb und die Grundlage für Wohlstand und Beschäftigung. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds geförderte strategische Partnerschaft Fit für Innovation hat das Ziel, das Bewusstsein für die Bedeutung der Innovationsfähigkeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu schärfen. Sie versteht sich als Wissens-, Transferund Lernforum, das Unternehmen und Beschäftigte unterstützt, Innovationen herbeizuführen und die dazu erforderlichen Veränderungen erfolgreich zu gestalten.

Innovationsarbeit gestaltenDer Erfolg am Standort Deutschland hängt in Summe entscheidend von der Leistungs- und Innovationsfähigkeit jeder einzelnen Person ab. Es gilt daher insbesondere, die Produktivität von Wissensarbeitern und deren effiziente und effektive sowie innovative und innovationsorientierte Arbeitsweise zu fördern. Bewusst Innovationsarbeit zu gestalten heißt dementsprechend, moderne, flexible und organisatorisch angemessene Arbeitsinfrastrukturen zu schaffen und technologische Plattformen sowie Werkzeuge und Methoden bereit zu stellen, damit deren Einsatz die Wissensarbeiter bei der Freisetzung ihrer schöpferischen Kräfte unterstützt.

Heute ist Wissensarbeit noch vielfach davon geprägt, dass Arbeitsinfrastrukturen nach Hierarchie und nicht nach Aufgabe und Tätigkeitsmuster bereitgestellt werden. Die Studie „Information Work“ des Fraunhofer IAO (Spath et al., 2009) zeigt, dass signifikante Unterschiede in der Ausstattung von Wissensarbeitern bestehen, und dass die Bereitstellung einer modernen Arbeitsinfrastruktur im wesentlichen die Autonomie der Mitarbeiter und damit mittelbar deren Möglichkeit zu gesteigerter Produktivität stärkt. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gelten als Wegbereiter für Innovationen und als Treiber von Produktivität und Wachstum. Allerdings gilt es der häufig vorhandenen falschen Erwartung entgegenzuwirken, das alleinig angemessene Werkzeug für die Innovationsarbeit zu finden. Viel mehr muss eine Vielzahl an Spezialwerkzeugen für die unterschiedlichen Aufgaben geschickt eingesetzt und kombiniert werden. Es zeigt sich, dass diese IKT Werkzeuge es dem Unternehmen ermöglichen, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und zur Entwicklung neuer oder zur Verbesserung bestehender Produkte und Dienstleistungen beizutragen. Im Jahr 2010 haben zwei von fünf innovativen Unternehmen IKT-basierte Produktinnovationen eingeführt (Bertschek et al., 2010).

Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass moderne Mittel zur Gestaltung von Innovationsarbeit noch bei weitem nicht überall eingesetzt werden – es herrscht noch teilweise eine (Un-)Kultur der Nichtnutzung moderner Arbeitsinfrastrukturen: Eine Terminvereinbarung mit mehreren Teilnehmern mit papierbasierten Kalendern verlängert unnötig Innovationsprozesse genauso wie der Versuch eine Kooperation bei der Ideenentwicklung oder Projektabwicklung im Einzelzellenbüro durchzuführen. Das Finden von Informationen oder von Ansprechpartnern im eigenen Unternehmen scheitert häufig an einer nicht leistungsfähigen oder auch nicht erreichbaren Plattform für die Suchenden. Dass das Potenzial der Innovationsarbeit, insbesondere durch Verknüpfung, Kommunikation, Interaktion und Kollaboration der Wissensarbeiter nicht ausgeschöpft wird, wird dabei zu häufig ignoriert. So ist zwar ein Großteil der Produktinnovationen nicht unbedingt technologiegetrieben, sondern resultiert aus Anforderungen und Wünschen der Kunden, die insbesondere an besserer Serviceleistung oder einem höheren Bedienkomfort oder schlicht an Einfachheit interessiert sind. Aber IKT-Lösungen wie z.B. ein Customer Relationship Management oder die Nutzung sozialer Medien sind hier geeignete Instrumente, die Kunden in den Innovationsprozess einzubeziehen. Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland nutzt Wikis, Blogs, Online-Netzwerke oder Kollaborationsplattformen. Zwei Drittel dieser Social Media-Nutzer wiederum setzen diese für die Kommunikation mit Kunden ein, so der „IKT Report“ des ZEW (2010).

Aber auch unternehmensintern können geeignete Plattformen die Innovationsarbeit unterstützen, beispielsweise beim Wissensmanagement, das in Unternehmen als Hauptanwendungszweck von Social Media gilt, oder für die gemeinsame Bearbeitung von Projekten. Informations- und Kommunikationstechnologien verbessern den Informationsfluss innerhalb von Organisationen und über organisationale Grenzen hinweg und erlauben den dezentralen Zugriff auf Datenbanken. Zahlreiche Studien zu den Produktivitätsbeiträgen von IKT zeigen, dass es begleitender Maßnahmen bedarf um die Potenziale von IKT auszunutzen. Als solche Begleitmaßnahmen gelten dezentrale Organisationsstrukturen wie flache Hierarchien und eigenständige Teams, die den Beschäftigten Eigenständigkeit und Verantwortung einräumen.

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