Low-Cost-Innovationen: Erschließung neuer Kundengruppen in bestehenden Märkten

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In Zeiten von Globalisierung, medialer Vernetzung und gestiegenem Preisbewusstsein auf Seiten der Kunden setzen sich zunehmend Produkte und Dienstleistungen durch, die bei guter Qualität vergleichsweise günstig sind, wie das bekannte Automobil Tata Nano oder die Möbel des Online-Versandhauses Myfab. Merkmale dieser »Low-Cost-Innovationen sind ein klarer Fokus auf ganz bestimmte Kundengruppen, ein passgenaues Leistungsspektrum und eben der vergleichsweise günstige Preis. Ein vierter, wichtiger Aspekt ist das dahinterliegende Geschäftsmodell: Low-Cost-Innovationen punkten vor allem durch einen ganzheitlichen Ansatz, der neben den angebotenen Leistungen beispielsweise auch die nötigen Vertriebswege und Partner auf Herz und Nieren prüft. Um solche Lösungen zu entwickeln, bedarf es nicht nur einer cleveren Idee, sondern eines strukturierten Innovationsprozesses, der vertraute Denkmuster auf den Kopf stellt.

Trotz der großen Spannbreite an Beispielen aus verschiedensten Branchen lassen sich einige Merkmale feststellen, die alle Low-Cost-Innovationen auszeichnen: Der günstige Endpreis einer Low-Cost-Lösung wird stets durch eine gezielte Abstimmung des Leistungsportfolios auf die Bedürfnisse einer bestimmten Kundengruppe hin erreicht. Eine Lektion scheint sich daraus insbesondere abzuleiten: Um Low-Cost-Innovationen erfolgreich umzusetzen, muss das gesamte Geschäftsmodell der neuen Lösung auf den Prüfstand, von den eingesetzten Kompetenzen und Partnerschaften über die eigentlichen Lösungen bis hin zu den Vertriebs- und Vermarktungskanälen. Und auch der Innovationsprozess an sich sollte dem Low-Cost-Gedanken entsprechen. Dies stellt besondere Herausforderungen an die betrieblichen Forschungs- und Entwicklungsteams.

Dennoch lohnt sich das Thema, insbesondere angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft. Es scheint einen wachsenden Markt für einfache Lösungen zu geben, die ohne komplexe Funktionalitäten und ein großes Leistungsspektrum auskommen. Zudem setzen sich nicht erst seit der Wirtschaftskrise vermehrt preisgünstige Lösungen durch, die das Gesamtleistungspaket abspecken, statt an der Qualität zu sparen. Dazu hat nicht unwesentlich das Internet beigetragen, das Kunden vielfältige Möglichkeiten für den Vergleich von Angeboten bietet.

Interessant ist dies insbesondere auch für die zunehmend relevanten Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern, die sogenannten »Emerging Markets«, denen ein wahrer Boom für die nächsten Jahre prognostiziert wird. Und auch die Unternehmen dieser Ländern, so die Voraussagen, werden sich zunehmend rüsten für die Kunden der westlichen Märkte.

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