M3V Mobile Multimediale Multilieferanten

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Vertriebsunterstützungsplattform für Handelsvertretungen

Zielstellung des Projektes M3V (Mobile Multimediale Multilieferanten-Vertriebsinformationssysteme) ist es, deutsche KMUs bei der Erschließung von nationalen und internationalen Märkten durch sichere mobile multimediale Multilieferanten- Vertriebs­informations­systeme zu unterstützen.

Hintergrund und Anwendungsperspektive für M3V ist, dass viele kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) über kein eigenes Vertriebsnetz verfügen. Aus diesem Grund müssen sie, vor allem auch im Ausland, mit einem Partnernetz arbeiten, das meist aus kleinen Unternehmen oder selbstständigen Handelsvertretern besteht. Diese Vertriebspartner sind i.d.R. jedoch keine exklusiven Partner, d.h. sie vertreiben nicht nur die Produkte der KMUs, sondern auch Produkte anderer Hersteller. Für diese Konstellation des Vertriebs besteht heutzutage, auch aufgrund der geringen Größe der beteiligten Partner keine durchgängige mobile Vertriebsunterstützung.

In M3V wird eine mobile Plattform basierend auf offenen Standards entwickelt, die eine durchgängige mobile Unterstützung der gesamten Wertschöpfungskette von den Herstellern bis zum selbstständigen Handelsvertreter vor Ort bereit stellt. Besondere Herausforderungen sind dabei die Integration der unterschiedlichen Prozesse, Daten und Systeme sowie die Gewährleistung der Sicherheit, die notwendig ist, um Vertrauen bei den Nutzern (insbesondere den Herstellern) zu schaffen.

Dabei wird sowohl der Zugriff auf multimediale Produktdaten berücksichtigt als auch die Erfassung von Aufträgen und die Backend-Integration unterstützt. M3V wird dafür eine sichere mobile Vertriebsunterstützung konzipieren und umzusetzen, die es ermöglicht, schnell und flexibel neue Lieferanten oder Vertriebspartner ohne zusätzlichen Aufwand zu integrieren.

Im Rahmen von M3V entstehen folgende Hauptergebnisse:

  • Fachliches Gesamtkonzept (inkl. modellierten Referenzprozessen und Datenmodellen)
  • Lauffähiges, integriertes Prototyp-System
  • Pilotinstallation und Evaluation
  • Einführungsleitfaden mit unterschiedlichen Sichten
  • Umsetzbares Betreibermodell und daraus abgeleitete Geschäftsmodelle

Die Anwendbarkeit der entwickelten Lösung wird durch eine Pilotierung und die Integration des CDH e.V. Baden-Württemberg (Wirtschaftsverband für Handelsvermittlung und Vertrieb) sichergestellt.

Fachliche Arbeitsziele

Bei der Konzeption und Umsetzung des M3V-Systems werden die folgenden Grundprinzipien angewandt, um ein zukunftsfähiges Konzept und System zu garantieren:

  • Serviceorientierte Architekturen (SOA):
    Strukturierung des Systems in wohl definierte Komponenten mit klar definierten Schnittstellen
  • Sichere Architekturen:
    Sicherheitsaspekte sind schon in der Konzeption zu berücksichtigen
  • Verwendung von OpenSource-Komponenten:
    Kostengünstige Lösung für KMUs
  • Endgeräteunabhängigkeit:
    Berücksichtung des schnellen technischen Wandels
  • Nutzung von bestehenden Standards:
    Klare und eingeführte Datenformate und Übergabeformen ermöglichen Zusammenarbeit, z.B. BMEcat und OpenTrans
  • Enge Integration der späteren Anwender:
    Sicherstellung einer nutzergerechten und anwendbaren Lösung

Auf dieser Basis werden in M3V die folgenden fachlich-technischen Arbeitsziele verfolgt:

Konzeption eines Mobilen Multimedialen Multilieferanten
Vertriebsinformationssystems, das die in der Praxis bestehenden Schwachpunkte aufgreift und behebt, d.h. es muss eine sichere mobile Vertriebsunterstützung realisiert werden, die mehrere Lieferanten, unterschiedliche Produkte sowie mehrere Vertriebspartner unterstützt. Neue Lieferanten, Produkte und Vertriebspartner sollen dabei ohne großen Aufwand integriert werden können.

Softwaretechnische Realisierung des M3V-Systems
Dabei soll ein integriertes aber dennoch modulares System entstehen, bei dem die spezifischen Kompetenzen der einzelnen Projektpartner zu einer innovativen Lösung kombiniert werden. Das M3V-System soll aus den folgenden Komponenten bestehen:

  • Integrations-Layer: Diese Schicht, die Integrations- und Clearingstellenfunktionalitäten besitzt, soll es ermöglichen, in das M3V-System neue Lieferanten, Produkte und Vertriebspartner ohne großen IT-Aufwand zu integrieren.
  • Backend-Layer: In diesem Layer sollen die Schnittstellen zu den (teilweise) bereits bestehenden Systemen (z.B. ERP, CRM und PIM-Systeme) der Lieferanten, z.B. zum Abruf von Produkt- und Kundendaten sowie zum Austausch von Geschäftsdokumenten, umgesetzt werden. Für Unternehmen, die keine entsprechenden Systeme besitzen, soll eine interaktive Schnittstelle entwickelt werden, die das direkte Einstellen von Produktdaten in die M3V-Plattform ermöglicht.
  • M3V Frontend: Es soll ein benutzerfreundliches Vertriebs-Frontend entwickelt werden, das sowohl einen mobilen als auch stationären Betrieb unterstützt, auf mehreren, zu definierenden Endgeräten lauffähig ist (z.B. PDA und Laptop) und sowohl einen online- als auch offline-Betrieb erlaubt. Außerdem werden auch weitere (direkte oder web-basierte) System- und Kunden / Herstellerschnittstellen vorgesehen.
  • Durchgängiges Sicherheitskonzept: Es soll ein durchgängiges Sicherheitskonzept umgesetzt werden, das eine End-to-End-Security über alle Layer realisiert.

Konkrete Umsetzung in einem realen Show-Case:
Das M3V-System soll in einem bzw. mehreren realen Show-Cases bei den Pilotanwendern umgesetzt und evaluiert werden.

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