MaRess: Technologien für Materialeffizienz und Ressourcenschonung

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Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation

Umweltbelastungen durch die Entnahme und Nutzung von Ressourcen, die damit verbundenen Emissionen und auch die Entsorgung von Abfällen führen direkt oder indirekt zu ökologischen und in der Folge auch zu sozialen und ökonomischen Herausforderungen. Versorgungsunsicherheit, Ressourcenknappheit sowie hohe und stark fluktuierende Rohstoffpreise haben weltweite Auswirkungen auf Märkte. Durch eine ineffiziente Ressourcennutzung entstehen Problemlagen, die die Entwicklung von Unternehmen gefährden können. Die Steigerung der Ressourceneffizienz wird daher in der nationalen und internationalen Diskussion zunehmend zum Top-Thema.

Während die übergeordneten Zielsetzungen und Strategien zur Erreichung einer höheren Ressourceneffizienz auf volkswirtschaftlicher Ebene weitgehend unstrittig sind, gibt es bisher keine umfassenden und dennoch konkreten Betrachtungen dazu, wo die höchsten Potenziale für Ressourceneffizienz liegen, wie hoch diese sind und wie sie konkret umgesetzt werden können.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist es, Technologien, Produkte und Strategien mit hohem Ressourceneffizienzpotenzial in Deutschland zu identifizieren (Leitprodukte und Leittechnologien) und dann das Ressourceneffizienzpotenzial der ersten 20 Technologien, Produkte und Strategien zu quantifizieren. Die Arbeiten werden gemeinsam mit der Trifolium-Beratungsgesellschaft mbH und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie durchgeführt.

Projektbeschreibung

Auf Basis der differenzierten Begutachtung und komplexen, expertengestützten Bewertungsmethodik mit Desk Research, Umfragen, qualitativen Expertenbewertungen und -Workshops wurden Technologiefelder, Produkte und Strategien identifiziert und einige davon als besonders relevant eingestuft.

Im Bereich der Technologien finden sich sowohl in etablierten Technologiefeldern als auch bei neuen Technologien Erfolg versprechende konkrete Themen zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Insgesamt sind viele Querschnittstechnologien bzw. Technologien mit breiten Anwendungsfeldern in der Auswahl enthalten.

Die im Bereich Produkte identifizierten Felder Lebensmitteltechnologien/-konsum, Bauprodukte und Infrastrukturen, Mobilität und Verkehr, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Textilien spiegeln die ressourcenintensivsten Bedürfnisfelder in Deutschland wider. Im Bereich der Strategien wurden die Ansätze Design for Resource Efficiency, Design for Reuse, Product-Service-Systems zur Ressourceneffizienzsteigerung, neue Produktions- und Konsummuster zur Ressourceneffizienzsteigerung, Umsetzung von Ressourceneffizienz in Standards und Normen identifiziert. Viele dieser Ansätze sind bereits bekannt, werden in die Praxis aber häufig noch nicht konsequent genutzt.

Aus den identifizierten Themenfeldern zur Steigerung der Ressourceneffizienz werden etwa 20 konkrete Themen zur weiteren Betrachtung ausgewählt. Kernbestandteil der Potenzialanalyse ist das in ein Expertennetzwerk eingebundene Diplomandenprogramm. In den Potenzialanalysen ist eine Quantifizierung der Ressourceneffizienzpotenziale auf der Basis des Konzepts »Materialintensität pro Serviceeinheit (MIPS)« vorgesehen.

Ergebnisse

Als konkrete Ergebnisse werden für die untersuchten Technologien und ihre Anwendungen bzw. die Produkte und Produktgruppen die Materialintensitäten berechnet und jeweils konkrete Potenziale zur Ressourceneffizienzsteigerung und die zu deren Erschließung möglichen Handlungsoptionen benannt. Die Ergebnisse werden einheitlich dokumentiert und in eine volkswirtschaftliche Perspektive eingeordnet.

Außerdem bieten die Arbeiten eine Zusammenfassung des bisherigen Stands relevanter Abschätzungen zur Ressourceneffizienz und ermöglichen es damit, die bisherige Diskussion zur Ressourceneffizienz bestimmter Branchen und Bedürfnisfelder zusammenzufassen und zu erweitern.

Darüber hinaus wird in weiteren Projekten und Studien die Thematik »Ressourceneffizienz« mit unterschiedlichen Schwerpunkten vertieft behandelt. So werden etwa im BMBF-Projekt Ressourceneffizienzatlas Ressourceneffizienzpotenziale von Technologien und Produkten auf internationaler Ebene betrachtet und in einer Dokumentation aufbereitet. In einer Studie für die Hessen Agentur werden grundsätzliche Materialeffizienzpotenziale der Nanotechnologien und neuen Materialien dargestellt sowie verschiedene Best-Practice-Beispiele aufbereitet und beschrieben.