Organisatorische Wandlungsfähigkeit produzierender Unternehmen

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Organisatorische Wandlungsfähigkeit produzierender Unternehmen»Ist Flexibilität genug?« Mit dieser Frage konfrontierte Prof. Dieter Spath die Teilnehmer eines öffentlichen Diskurses in Stuttgart. Grundsätzlich, so die Antwort, muss zu Flexibilität noch Wandlungsfähigkeit kommen, damit produzierende Unternehmen auch zukünftig im globalen Wettbewerb bestehen können. Wandlungsfähigkeit – die Fähigkeit, ein etabliertes Arbeitssystem schnell und nachhaltig strukturell zu verändern – kann grundsätzlich an den drei Dimensionen Mensch, Organisation und Technik ansetzen, wobei insbesondere der Mensch und die Organisation zentrale Ansatzpunkte für die Wandlungsfähigkeit bilden.

In der Voruntersuchung »Organisatorische Wandlungsfähigkeit produzierender Unternehmen – Unternehmenserfahrungen, Forschungs- und Transferbedarfe« haben das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart, der Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie der Technischen Universität Dortmund und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe die betrieblichen Anforderungen an organisatorische Flexibilität und Wandlungsfähigkeit untersucht, um hieraus Forschungsund Transferbedarfe abzuleiten.

Für die Zukunft ist zu erwarten, dass flexible und wandlungsfähige Leistungsanbieter deutliche Wettbewerbsvorteile erreichen können. Neue Modelle und Prinzipien für die Organisation der Produktion unter Nutzung der Potentiale hoch qualifizierter Mitarbeiter, sowohl im einzelnen Unternehmen als auch in Produktionsnetzwerken, müssen hier als Schlüsselfaktoren angesehen werden.

Dieser Bericht dokumentiert die Ergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Voruntersuchung »Wandlungsfähige Organisation produzierender Unternehmen«, die vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart, dem Lehrstuhl für Wirtschafts- und Industriesoziologie der Technischen Universität Dortmund und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, durchgeführt wurde.

Die Zielsetzung der Voruntersuchung war, bestehende Forschungs- und Transferbedarfe sowie erste konkrete Ansätze in bezug auf die betrieblichen Anforderungen an Flexibilität und Wandlungsfähigkeit zu erheben und hieraus Forschungs- und Transferbedarfe abzuleiten. Parallel zu dieser Voruntersuchung gibt es eine weitere Vorstudie zu dem Thema wandlungsfähige Produktionssysteme, die sich mit der technischen und technologischen Wandlungsfähigkeit von produzierenden Unter-nehmen befasst und im ersten Quartal 2008 abgeschlossen wird.

Wesentliche Handlungsfelder der organisatorischen Wandlungsfähigkeit beziehen sich auf die Bereiche

  • Personal und Personalinstrumente,
  • zwischenbetriebliche Kooperationen und
  • prozessorientierte Organisation.

In der folgenden Zusammenfassung zu diesen Bereichen wird aufgezeigt, wo Handlungsfelder eher im Sinne eines noch nicht erfüllten Transferbedarfes von vorliegenden Erkenntnissen einzuordnen sind und wo es sich um neuen Forschungsbedarf in diesen Bereichen handelt. Die einzelnen Punkte werden im Kapitel Fazit noch einmal ausführlich beschrieben.

Zu den im Folgenden genannten Forschungs- und Transferbedarfen kommen noch eine Reihe von Fragestellungen hinzu, die unabhängig von den drei imensionen formuliert werden können. So ist zunächst in einer generellen Perspektive zu klären, wie die Unternehmen ihre Bedarfe an Flexibilität und Wandlungsfähigkeit überhaupt erkennen können und welche Rolle die Schnelligkeit von Wandel künftig einnimmt, m.a.W.: Wie wichtig wird der Zeitfaktor? Sind hier neue Methoden und Instrumente für die organisatorische Wandlungsfähigkeit gefordert? Weiterhin stellt sich die grundsätzliche Frage, wie Unternehmen Wandel im Sinne von »Wandlungsmanövern« üben können. Zwar wurden zu diesen Fragen erste Hinweise in den Vorträgen auf dem Stuttgarter Diskurs gegeben, aber dennoch bleibt die Frage unbeantwortet, wie diese in KMU praktikabel angewendet werden können.

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