Service Engineering in Taiwan: Forschungskooperation zur Förderung von Dienstleistungsinnovationen

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Seit nunmehr drei Jahren unterstützt das Fraunhofer IAO das Industrial Technology Research Institute (ITRI) in Taiwan bei der Förderung von Dienstleistungsinnovationen in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das ITRI ist das größte Institut für angewandte Forschung in Taiwan und gleicht mit seinen Strukturen und Geschäftsmodellen der Fraunhofer-Gesellschaft. Im ITRI Technology Center for Service Industries (TCSI) beteiligen sich Forscher aus unterschiedlichen Bereichen und Disziplinen an der Aufgabe, Dienstleistungsgesellschaften und -industrien zu gestalten, Anforderungen der Kunden und Unternehmen sowie der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zum Schaffen neuer Geschäftsmodelle zu nutzen und Möglichkeiten der Wertschöpfung durch neue und eigene Technologien aufzuzeigen.

Die bisherigen gemeinsamen Aktivitäten fokussierten die Teilnahme an Konferenzen, Moderation von Workshops und die Erarbeitung von nationalen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Seit Mitte 2009 kooperieren ITRI und das Fraunhofer IAO regelmäßig und erfolgreich bei der Etablierung eines »Human Comfort Zone Lab« in Taiwan. Inspiriert von den Fraunhofer-Aktivitäten im bisher weltweit einzigartigen Dienstleistungslabor ServLab soll im Jahr 2010 eine Test- und Entwicklungsplattform für Dienstleistungsangebote in Taiwan aufgebaut werden. Fraunhofer unterstützt das ITRI dabei konkret nicht nur in der Planung und Inbetriebnahme, sondern berät auch in Fragen bezüglich Marketing und Betrieb des Labors. Zusätzlich qualifizieren und coachen die IAO-Experten die taiwanesischen Dienstleistungsforscher im Labor-Projektmanagement und vermitteln Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Technik, Software, Vorgehensweisen und Werkzeugen in Laborumgebungen. Regelmäßige Workshops in Taiwan und Telefon-konferenzen begleiten den Prozess.

Ein erstes Anwendungsbeispiel wird bereits im Labor getestet. Das Projekt »eScooter« verfolgt das Ziel, geeignete Kommunikations- und Informationsarten (z. B. Sprache, Text), -reize (z. B. Farben, Sounds) und -mittel (z. B. Beschilderung, Lautsprecherdurchsagen, elektronische Information auf eScooter-Display) zum Finden und Erreichen von Auflade- oder Austauschstationen der eScooter-Akkus in dicht beparkten oder befahrenen Stadtteilen und Parkregionen zu identifizieren. Hierfür wurde ein Parkdeck in 3-D visualisiert. Die Probanden werden nun ähnlich einem Fahrsimulator in diesem 3-D-Parkdeck navigieren und mit den unterschiedlichen Arten, Reizen und Mitteln konfrontiert. Gleichzeitig erlauben neuste Technologien das Messen von z. B. EKG- und EMG-Werten. Die Ergebnisse geben den Forschern Aufschluss über geeignete und zielführende Informations- und Kommunikationsarten, -reize und -mittel. Zusätzlich fügt sich das Fallbeispiel »eScooter« bereits nahtlos in die aufkommenden eEnergy- und eMobility-Initiativen in Taiwan wie auch in Deutschland ein.