Studie: Green Office

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Green OfficeUntersuchungsgegenstand der Studie »Green Office« war die nachhaltige Gestaltung von Büroumgebungen in deutschsprachigen Unternehmen und Organisationen. Dies umfasst zum einen, welche Einstellungen die Unternehmen zur Nachhaltigkeitsthematik einnehmen und zum anderen, welche Maßnahmen sie im Hinblick auf die Gestaltung von Büroarbeit bereits realisiert haben, in der nahen Zukunft planen oder derzeit nicht vorsehen. Die Investitionsbereitschaft, die Beweggründe aber auch mögliche Hemmnisse waren weitere Themen.

Aus den Erhebungsdaten von über 250 Befragten (Mai bis Oktober 2009) haben sich eine Reihe interessanter Erkenntnisse ergeben. Die Studienergebnisse zeigen, dass die befragten Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit durchweg einen hohen bis sehr hohen Stellenwert beimessen. Das gilt nicht nur für die grundsätzliche ökologische Orientierung der Organisation sowie von Produkten und Dienstleistungen, sondern auch für den Aspekt einer ökologisch nachhaltigen Gestaltung von Büroumgebungen.

Die Wichtigkeit einer nachhaltigen Bürogestaltung wird nach den Ergebnissen der Umfrage in der nahen Zukunft stark zunehmen. So geben über 40 Prozent der Befragten an, dass ihrem Unternehmen eine ökologisch nachhaltige Gestaltung von Büroarbeit, -arbeitsplätzen und -infrastruktur im Zeitraum von drei Jahren »sehr wichtig« sein wird, weitere 37 Prozent geben an, dass ihnen dieser Aspekt »eher wichtig« ist.

Als Hauptmotiv für die Einführung von Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit geben die Befragten erwartete Imagesteigerungen und Kosteneinsparungen sowie den tatsächlichen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten zu können an.

Über die Hälfte der Maßnahmen zur Steigerung des vor allem ökologischen Aspekts der Nachhaltigkeit, die in der Umfrage aufgeführt wurden, haben die befragten Unternehmen nicht umgesetzt. Es besteht offensichtlich eine Diskrepanz zwischen dem geäußerten Stellenwert der Nachhaltigkeit und den tatsächlich eingesetzten Instrumenten und ergriffenen Maßnahmen. Insofern existieren Hemmnisse bei der Umsetzung von Maßnahmen in Unternehmen. Die Befragung zeigt, dass diese vor allem in der Unsicherheit über den Investitionsaufwand und im mangelnden Know-how in der Entwicklung nachhaltiger Lösungen liegen.

Folglich besteht hier noch Forschungs- und Kommunikationsbedarf im Hinblick auf Nutzen und Folgen. Das Fach- und Methodenwissen von Nachhaltigkeitsexperten sind notwendig, um Unternehmen zu unterstützen. Bei der Entwicklung und Konzeption von nachhaltigen Lösungen und Produkten ist es allerdings unabdingbar, die Hemmnisse und die Motive für die Einführung von nachhaltigen Maßnahmen aus Sicht der Unternehmen zu berücksichtigen, um den Markterfolg zu sichern. Der Nutzen muss klar kommuniziert und dargestellt werden. Hier helfen u. a. Studien und Demonstrationsräume, aber vor allem die pilothafte Umsetzung und Evaluation von Maßnahmen.

In Anbetracht der Ergebnisse bestehen noch enorme Ausschöpfungspotenziale, um die ökologische Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Büroarbeit zu steigern. Desweiteren liegen für nachhaltige Konzepte, Produkte und Beratungsdienstleistungen hohe Marktpotenziale vor. Dabei ist die Bereitschaft, höhere Kosten für ökologisch orientierte Maßnahmen im Vergleich zu konventionellen Lösungen in Kauf zu nehmen, deutlich ausgeprägt.

Dies spiegelt sich zum Teil auch in hohen Werten für bereits umgesetzte Maßnahmen wieder. Tendenziell kann davon ausgegangen werden, dass die Befragungsteilnehmer eine hohe Affinität zu den Themen aufweisen. Allerdings ist nicht abzustreiten, dass sich eine Entwicklung in Richtung »Green Office« abzeichnet.

Als »Green Office« bezeichnet das Fraunhofer IAO Büros, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen. Dabei spielen neben Kosteneffizienz, Energie- und Ressourcenschonung vor allem auch Produktivität, Work-Life-Balance, Wohlbefinden und Motivation eine wichtige Rolle.

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