Studie: Multi-Touch - Technologie, Hard-/Software und deren Anwendungsszenarien

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Multi-TouchAlle sprechen davon, einige haben´s schon, und diejenigen die´s noch nicht haben, wollen´s unbedingt haben: »MULTI-Touch«! Unter anderem aus diesem Grund entscheiden sich Kunden, Projektpartner und Kollegen dazu eines dieser »Multi-Touch Systeme« anzuschaffen.

Der Begriff Multi-Touch wird für berührungssensitive Eingabegeräte verwendet, die bei einer Mensch-Computer-Interaktion mehrere Berührungspunkte, also »multiple touches«, gleichzeitig erfassen und verarbeiten können. Als Paradebeispiele: das Apple iPhone und der Microsoft Surface. Die verwendete Technologie für »Multi-Touch« fasziniert gleichermaßen Anwender und Entwickler durch neuartige Interaktionsformen, innovative Anwendungsszenarien und eine markante User-Experience. Die Konzeption der Multi-Touch-Systeme erfordert jedoch ein solides Basiswissen über deren Technologie und stellt für Entwickler einige Stolperfallen.

Bereits der Kaufentscheid für die geeignete Systemhardware sollte gut durchdacht sein: Auf dem Markt werden zur Realisierung von Multi-Touch-Systemen aktuell an die sieben unterschiedliche optische und kapazitive Basistechnologien angeboten, Tendenz steigend. Wer auf der diesjährigen Cebit´09 nachgeschaut hat, der müsste diese auch alle bei verschiedenen Herstellern und Resellern entdeckt haben; oder auch nicht. Denn, welche Technologie sich hinter der Schale eines dieser geschlossenen Systeme verbirgt, kann meist nur vermutet werden. Anhand des Bauvolumens und der Konstruktion können zwar einige Technologien ausgeschlossen werden, jedoch zeigt lediglich ein Blick hinter die Schale welche Technologie, oder Kombination aus Technologien, das System »multi-touch« fähig macht.

»Die verwendete Basistechnologie des Multi-Touch-Systems interessiert mich doch als Entwickler überhaupt nicht.« Diese sollte jedoch interessieren, denn gerade die zugrunde liegende Technologie, ob ein optisches Verfahren wie »Diffused Illumination«, »Frustrated Total Internal Reflection«, »Infrared-Light-Plane« oder ein kapazitives Verfahren wie »Projektiv-Kapazitiv« der »Oberflächenwellen-Kapazitiv«, entscheidet über Leistung und Funktionalität, und diese sind von System zu System sehr unterschiedlich. Die Technologie ist somit ausschlaggebend, ob ein System beispielsweise »echt multi-touch«, oder nur »dual-touch« fähig ist (Erkennung von maximal zwei Touch-Punkten). Ebenso erkennen manche Technologien optisch detailliert aufliegende Objekte wie Marker oder Geräte, andere dagegen lediglich grobe Umrisse.

Jede Technologie ist auch an ein bestimmtes Bauvolumen und eine vordefinierte Konstruktion gebunden. Wer sich also ein Multi-Touch-System zulegen möchte, sollte sich im Vorfeld Gedanken machen wie und wo das System eingesetzt wird, und in welcher Art und Weise wie viele Nutzer damit interagieren. Soll das System zur kollaborativen Arbeit von vielen Anwendern gleichzeitig genutzt werden, oder lediglich von zwei Anwendern, beispielsweise Berater und Kunde? Handelt es sich um eine Nutzerinteraktion mittels Multi-Touch-Gesten in einem Single-User Kontext, oder wird in einem Multi-User Kontext mit lediglich Single- oder Dual-Touch interagiert? Diese Leitfragen und einige mehr sollten vor der Konzeption eines Multi-Touch-Systems beantwortet werden. Jedes dieser Anwendungsszenarien, ob Single- oder Multi-User, ist an besondere Anforderungen seitens der Hardware und Interaktion gekoppelt.

An dieser Stelle muss leider erwähnt werden: Es gibt bislang keine »Universal- Technologie«, die allen Anforderungen an Bauvolumen und Konstruktion, Funktionalität und Nutzerinteraktion gerecht wird. Deshalb ist es umso wichtiger das Multi-Touch-System bestmöglich auf das Anwendungsszenario hin auszuwählen und abzustimmen.

Auch Eigenschaften wie Vandalensicherheit und die Störanfälligkeit gegenüber Umwelteinflüssen, Lichteinstrahlung und elektrischer Ladung spielen eine wichtige Rolle, da Multi-Touch Technologien häufig Infrarotlicht oder Spannungsmessung verwenden.

Das Fraunhofer IAO vermittelt in dieser Studie solides Basiswissen und mögliche Einsatzgebiete der Technologie »Multi-Touch«. Die Studie informiert über die aktuellen Technologien und deren zugrunde liegende Hardware, beschreibt Multi-Touch-Softwarelösungen und zeigt in einer umfassenden Marktanalyse mögliche Anwendungsszenarien auf.

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