Transferinitiative: Erfolg mit neuen Dienstleistungen

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Zielsetzung

Baden-Württemberg genießt ein Image als ein Land kreativer und innovativer Unternehmen. Dass dies nicht nur für das Verarbeitende Gewerbe gilt, sondern mehr und mehr auch für dienstleistungsanbietende Unternehmen, zeigen vielfältige Beispiele wie etwa die Prämierungen im Wettbewerb »Dienstleister des Jahres«. Gleichzeitig machen jedoch aktuelle Studien deutlich, dass es einem Großteil der Unternehmen nach wie vor schwer fällt, gezielt neue Dienstleistungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Obgleich mittlerweile eine Reihe von Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet vorliegen, sind diese häufig in der Praxis nicht bekannt oder für die Umsetzung in Unternehmen nur wenig geeignet.

Das von der Baden-Württemberg Stiftung finanzierte Projekt »Transferinitiative: Erfolg mit neuen Dienstleistungen« hat es sich zum Ziel gesetzt, den Transfer bereits vorliegender Forschungsergebnisse in kleine und mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg deutlich zu verbessern. Einen Schwerpunkt bilden die Themenfelder neue Geschäftsmodelle (einschließlich Preisgestaltung) und Dienstleistungsentwicklung (Service Engineering). Hierbei wird ein umfassendes Transferkonzept entwickelt, ein aufeinander abgestimmter »Baukasten« an Transferinstrumenten bereitgestellt sowie eine Vielzahl an Transfermaßnahmen in der Praxis erprobt. Sämtliche Aktivitäten erfolgen in enger Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Partnern, Unternehmen und Transferpartnern.

Themenfelder

Die Identifizierung von neuen, lukrativen Geschäftsfeldern wird für Unternehmen mehr und mehr zu einem überlebenswichtigen Prozess. Insbesondere müssen die Unternehmen Antworten auf folgende Fragen finden: Was wünschen Kunden, und wo kann für sie ein Mehrwert geschaffen werden? Wie soll die Leistung erbracht werden, und welche Partner sind für eine erfolgreiche Zusammenarbeit erforderlich? Wodurch wird Geld verdient, und wie müssen Preise gestaltet werden? In der Praxis besteht insbesondere ein Unterstützungsbedarf, wenn Unternehmen wenig Erfahrung haben und erstmals komplett neue Geschäftsfelder (z.B. neue Märkte, neue Leistungen) erschließen möchten. Unterstützungsbedarf ist ebenfalls häufig dann notwendig, wenn Unternehmen nach Wegen suchen, ihren Kunden bisher kostenlose Dienstleistungen in geeigneter Form in Rechnung zu stellen, denn die Zahlungsbereitschaft für »unsichtbare« Dienstleistungen ist nicht immer besonders stark ausgeprägt.

In Unternehmen trifft man nicht selten auf eine Vielzahl von Ideen für neue Dienstleistungen. Es bestehen jedoch erhebliche Defizite, wenn es darum geht, ob und wie sich diese Ideen gezielt in wettbewerbsfähige Dienstleistungen umsetzen lassen. Viele Unternehmen sehen sich dabei mit dem Problem konfrontiert, dass vor allem für die Entwicklung hochwertiger Dienstleistungen geeignete Vorgehensweisen und Methoden fehlen (»Was genau muss getan werden, um eine Dienstleistungsidee zu verwirklichen?«). Mit »Service Engineering« ist seit Mitte der 90er Jahre eine eigene Fachdisziplin entstanden, die sich mit der Entwicklung und Umsetzung neuer Dienstleistungen beschäftigt. Die weltweit ersten Forschungsarbeiten hierzu fanden in Baden-Württemberg statt.

Vorgehensweise

Neben Untersuchungen zum Transferbedarf von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg sowie der darauf aufbauenden Entwicklung eines umfassenden Transferkonzepts bilden vor allem praxisbezogene Arbeiten den Schwerpunkt des Projekts. Zu den zahlreichen Maßnahmen zählen Veranstaltungen, die in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern in Baden-Württemberg durchgeführt werden. Hinzu kommt die Erstellung von praxistauglichen Hilfsmitteln, wie etwa dem Service-Check für Unternehmen, einem leicht verständlichen Leitfaden für die Entwicklung neuer Dienstleistungen, und die Sammlung von Beispielen erfolgreicher Dienstleistungen. Ein weiteres Element bildet die direkte Einbeziehung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in die Projektarbeiten. Diese entwickeln neue Dienstleistungsangebote und profitieren dabei von den umfangreichen Erfahrungen der am Projekt beteiligten Partner.

Fördergeber:
Phasen I und II: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH

Phase III: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (aktuelle Phase)

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Team: Dienstleistungsentwicklung