Innovation Mining: effektive Recherche unternehmensstrategisch relevanter Informationen im Internet

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Version vom 8. August 2012, 10:29 Uhr von Admin (Diskussion | Beiträge)
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Zwei von Fraunhofer IAO in den Jahren 2006 und 2009 durchgeführte Unternehmensbefragungen unter Innovationsakteuren und –experten kamen zu dem Ergebnis, dass das Internet sich zur wichtigsten Informationsquelle für Innovationsmanager entwickelt hat (Springer, 2006 sowie Finzen et al., 2009).

Schwerpunkte der Internetrecherche liegen neben der Sammlung aktueller technischer Informationen zum Geschäftsfeld des jeweiligen Unternehmens auf der Informationssammlung über Kunden und Anwender, Wettbewerber und Zulieferer und somit im Bereich der Marktbeobachtung und -forschung. Klassische Marktforschung, etwa durch Studien und Kundenbefragungen, ist das typische Mittel, die Kundenwünsche in der eigenen Entwicklung besser berücksichtigen zu können – das Internet und insbesondere seine derzeitige Entwicklung in den Bereichen der semantischen Inhaltserschließung (»Semantic Web«) einerseits und der Userzentrierung (als Hauptmerkmal der »Web 2.0«- Bewegung) erschließen aber viel weitergehende und mitunter weitaus mächtigere Möglichkeiten.

Kunden sind heutzutage oftmals stark vernetzt – in Diskussionsforen und anderen Communities tauschen sie sich über Erfahrungen mit Produkten und Dienstleistungen aus, die Kundenbewertung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil jedes Webshops geworden, Testportale erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Darüber hinaus gibt es Portale und Communities, an denen sich die Mitglieder der Zielgruppen von Unternehmen über neue Ideen und Erfahrungen austauschen - Informationen, die Impulse für erfolgreiche neue Produkt- oder Serviceideen liefern können.

Innovative Ideen können das Ergebnis formaler oder unstrukturierter Suchprozesse sein und aus verschiedensten Quellen stammen. Neben unternehmensinternen Quellen, wie der Forschungs- und Entwicklungs-, Marketing- und Vertriebsabteilung spielen externe Quellen wie Kunden, Universitäten und Forschungseinrichtungen, Berater, Wettbewerber, Investoren usw. eine wichtige Rolle. Das Internet bietet umfassende neue Möglichkeiten der Erschließung solcher externer Informationsquellen. Für das innovierende Unternehmen ist dieser Erschließungsprozess jedoch mitunter recht mühsam. Einerseits fehlt oftmals das Wissen, wo die relevanten Informationen zu finden sind, andererseits haben klassische Suchmaschinen eine viel zu niedrige Präzision, um die wirklich relevanten Informationen aus der Menge der Seiten herauszufiltern. Dennoch sind sie nach wie vor das am häufigsten eingesetzte Recherche-Werkzeug. Dabei stehen neben einer Fülle von fachlich spezialisierten Suchmaschinen heutzutage auch äußerst mächtige Web-Intelligence-Werkzeuge zur Verfügung, die Unternehmen gezielt in ihren Aktivitäten der Akquisition innovationsrelevanter Informationen unterstützen.

Die Möglichkeiten dieses von uns als »Innovation Mining« bezeichneten Prozesses sind vielfältig und reichen von der Unterstützung des Suchenden durch Domänenwissen über die automatische Identifikation von Experten zu einem Themengebiet bis zum computerunterstützten Aufspüren neuer Trends, Technologien und innovativer Ideen. Die vorliegende Arbeit liefert einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik und Forschung im Bereich Innovation Mining.

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