Analyse der Bildungslandschaft im Zeichen von Nachhaltiger Mobilität

Analyse der Bildungslandschaft im Zeichen von Nachhaltiger MobilitätDie Mobilität der Zukunft wird auf vielfältigen Ebenen thematisiert. Es gilt als sicher, dass wir uns anders fortbewegen werden als bisher. Die Gründe hierfür sind klar: Endliche Ressourcen und deren effizientere Nutzung, Veränderungen von gesellschaftlichen Gewohnheiten sowie sich wandelnde Mobilitätsbedürfnisse stellen uns vor große Herausforderungen. Zur Überwindung dieser Herausforderungen bedarf es neuer technischer und infrastruktureller Angebote und Dienstleistungen, die innovative Fahrzeugkonzepte intelligent in ein Gesamtsystem Mobilität einbinden.

Für das Land Baden-Württemberg ist der Markt für Mobilität von besonderer Bedeutung. Nicht nur durch die Präsenz der Unternehmenssitze großer Automobilhersteller und -zulieferer, sondern in gleichem Maße durch die Existenz einer Vielzahl von mittelständischen Innovatoren im Automobilsektor ist das Land Baden-Württemberg eng mit dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach Mobilität verknüpft. Außerdem hat sich das Bundesland als Forschungsstandort für Mobilität etabliert. Mehrere Fraunhofer-Institute, das Max-Planck-Institut in Stuttgart sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff- Forschung Baden-Württemberg arbeiten unter anderem an der Batterietechnik für die Elektromobilität. Die Brennstoffzellen- und Batterie-Allianz Baden-Württemberg dient der allgemeinen Förderung der Wasserstoff- und Batterietechnologie. In der Modellregion Elektromobilität im Raum Stuttgart wurden von 2009 bis 2011 im Zuge einer Technologieentwicklung, -erforschung und Marktvorbereitung Elektrofahrzeuge, regionale Infrastruktur, Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte erforscht und demonstriert. Im Januar 2012 gewann der »Cluster Elektromobilität Süd-West«, ein Konsortium aus baden-württembergischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, einen bundesweiten Wettbewerb zum Spitzencluster. Als Folge können über einen Zeitraum von fünf Jahren 40 Millionen Euro in wegweisende Mobilitätsforschungsprojekte investiert werden.4 Darüber hinaus entsteht in Baden-Württemberg ab 2012 das Schaufenster Elektromobilität »Living Lab BW e-mobil«, welches Demonstrations- und Pilotvorhaben der Elektromobilität mit bis zu 50 Millionen Euro fördert.

Die für solche Projekte nötige Innovationskraft basiert dabei auf menschlicher Kreativität und nicht zuletzt exzellenter Qualifizierung. Dies gilt besonders für sich schnell entwickelnde Märkte wie den der Mobilität. Auch die Nationale Plattform Elektromobilität, ein Beratungsgremium der Bundesregierung mit Experten aus Industrie, Politik, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften, hat in ihrem zweiten Bericht auf die hohe Relevanz der akademischen und beruflichen Bildung hingewiesen. Die vorliegende Studie folgt diesem Hinweis und konzentriert sich auf den akademischen Bildungssektor. Sie stellt dar, wie Deutschland und insbesondere Baden-Württemberg hier aufgestellt sind. Das Ziel dieser Untersuchung ist zum einen, eine höhere Transparenz über das Hochschulangebot zum Thema Nachhaltige Mobilität in Deutschland zu erhalten und zum anderen, die Anforderungen der Unternehmen an die Hochschulen und deren Absolventen in Erfahrung zu bringen. Es wird dargestellt:

  • welche akademischen Bildungsangebote für den Bereich Nachhaltige Mobilität infrage kommen,
  • wie sich diese auf Hochschultypen verteilen,
  • inwiefern Interdisziplinarität bei den Angeboten eine Rolle spielt,
  • ob und inwiefern Unternehmen von einem Qualifizierungsmangel ausgehen,
  • ob Unternehmen Schwierigkeiten haben, den Bedarf an akademisch aus- und weitergebildeten Mitarbeitern zu decken und
  • inwieweit die Hochschulangebote für Unternehmen transparent sind.

Die vorliegende Studie versetzt Unternehmen in die Lage, sich einen Überblick über das deutschlandweite Hochschulangebot im Themenfeld der Nachhaltigen Mobilität zu verschaffen, ohne dass sie die Hochschulen individuell untersuchen müssen. Dies vereinfacht den Personalbeschaffungsprozess und erweitert die Möglichkeiten bei der Auswahl akademisch ausgebildeter Mitarbeiter. Die Hochschulen erhalten durch die Untersuchung der Unternehmensanforderungen neue Hinweise, inwieweit ihre jeweiligen Angebote noch praxisnäher ausgerichtet werden können. Studierende und Schulabgänger, die sich für das Themenfeld der Nachhaltigen Mobilität begeistern, bekommen eine umfassende Grundlage zur Auswahl ihrer zukünftigen Studiengänge. Außerdem beinhaltet diese Studie Empfehlungen, wie die Politik dazu beitragen kann, die Informations- und Kommunikationsprozesse zwischen Hochschulen und Unternehmen effektiver zu gestalten.

Um alle für die Mobilität der Zukunft notwendigen Teilgebiete zu berücksichtigen, ist der Untersuchungsgegenstand der Studie die Nachhaltige Mobilität. Sie analysiert hierfür, inwieweit sich die Anforderungen der Unternehmen an akademische Qualifizierung mit dem vorhandenen Angebot der Hochschulen decken und wie die Hochschullandschaft die Entwicklung Baden-Württembergs zum Land der Nachhaltigen Mobilität weiter unterstützen kann.

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