Cross Industry-Innovation

Cross Industry-Innovationen entstehen derzeit selten nach einer bestimmten Systematik, da es bislang keine entsprechenden Vorgehensmodelle und Methoden zur Einbindung von branchenfremden Unternehmen gibt. Die vorhandenen Ansätze sind wenig verbreitet und beruhen auf einem eher »reaktiven« Leitgedanken: Sie suchen für konkrete technologische Probleme in anderen Branchen analoge Lösungsmöglichkeiten und kommen demnach erst in der Detaillierung des Produktkonzepts zum Einsatz. Doch warum sollen Unternehmen die Möglichkeiten des Transfers von branchenfremdem Know-how erst dann nutzen, wenn sie bereits durch die Begrenzung auf technologische Fragestellungen eingeschränkt sind? Warum soll man auf das kreative Potenzial anderer Branchen in den frühen Innovationsphasen verzichten?

Cross Industry-Innovationen nutzen das Potenzial anderer Branchen systematisch. Anhand von systematischen Prozessen können Unternehmen sich über die Grenzen der eigenen Branche hinaus vernetzen. Vernetzungen innerhalb der Branchen sind bereits Ergebnisse von Open Innovation. Durch die Öffnung des eigenen Unternehmens könnte Wettbewerb in erfolgreiche Kooperation gewandelt werden und nachhaltig Erfolg erzielt werden. Erfolgreiche Innovatoren setzen auch auf Partnerschaften über die eigene Branche hinweg und lernen viel dazu.

Cross Industry-Innovation Modell INNOWAVE

Der INNOWAVE-Prozess bietet die Möglichkeit, Potenziale fremder Branchen systematisch zu erschließen und für das eigenen Unternehmen zu nutzen. Er besteht aus zwei Hauptphasen, die jeweils in fünf Teilschritte gegliedert sind. In der Definitionsphase geht es darum, den Projektgegenstand festzulegen sowie branchenfremde Zielunternehmen zu definieren; in der darauffolgenden Identifikationsphase stehen die Generierung und die Ausgestaltung von Transferideen im Mittelpunkt. Beide Phasen verlaufen ähnlich: ein breites Lösungsfeld wird zunächst eingegrenzt, um es dann in einem Abstraktionsschritt wieder zu öffnen und somit die Anzahl der Erfolg versprechenden Lösungen zu vergrößern. Als Ergebnis beider Phasen erhält man somit die jeweils potenzialreichsten Alternativen.

Der besondere Nutzen dieses für INNOWAVE typischen Prozesses besteht in der zweimaligen Erweiterung des Lösungsraums.