Freiwillige Helfer in Krisenmanagement und Katastrophenschutz

Krisenbewältigung und Katastrophenschutz

1,8 Millionen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Deutschland für die Hilfe im Katastrophenschutz ausgebildet. Sie stellen damit eine der wichtigsten aktiven Ressourcen im Bevölkerungsschutz dar.

Bei Hochwasser, längerem Stromausfall oder wetterbedingten Versorgungsproblemen in Deutschland kommen diese Helferinnen und Helfer zum Einsatz. Sie werden gemeinsam durch ein Netzwerk von Behörden wie dem Technischem Hilfswerk, der Polizei oder Feuerwehr sowie durch Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, den Johannitern, Maltesern, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft organisiert und koordiniert.

Aktuelle Herausforderungen für Behörden und Organisationen

Heute haben Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gleich mehrere Herausforderungen zu bewältigen: Auf Zivildienstleistende können sie nicht mehr zurückgreifen, außerdem sind durch den demografischen Wandel künftig immer weniger junge Menschen in der Lage, bei Krisen zu helfen. Daher muss das ehrenamtliche Engagement für die übrigen hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürger in Zukunft besonders attraktiv gestaltet werden. Wichtig ist dabei, dass sich die Bereitschaft der Freiwilligen mit ihren familiären und beruflichen Interessen und Verpflichtungen gut vereinbaren lässt.

Neben dem freiwilligen Engagement in Organisationen möchten sich immer mehr Menschen außerhalb der beschriebenen Strukturen einbringen. Sie wünschen sich eine spontane und ungebundene Möglichkeit zur ehrenamtlichen Beteiligung in Notlagen. Für die ausgebildeten Krisenmanager bedeutet das neue Herausforderungen, denn die oft unbekannten Personen müssen auf Grundlage ihrer Kompetenzen koordiniert und angeleitet werden, damit sie in der Notlage eine Hilfe sind.

Das Projekt  »Professionelle Integration von freiwilligen Helfern in Krisenmanagement und Katastrophenschutz« (INKA)

Wie können Organisationen des Katastrophenschutzes ehrenamtlich Tätige professionell einbinden? Wie können Unternehmen unter dem Dach von »Corporate Social Responsibility« ehrenamtliches Engagement organisatorisch und personell gestalten? Diese Leitfragen stehen im Fokus des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts »Professionelle Integration von freiwilligen Helfern in Krisenmanagement und Katastrophenschutz« (INKA).

Im Projekt werden Analysen, Konzepte und Leitfäden erarbeitet, um die bewährten Strukturen der Krisenbewältigung mit den Selbstorganisationskapazitäten der Gesellschaft zu koppeln. Auf diese Weise werden in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Berliner Feuerwehr und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) sowie der Universität Greifswald optimierte Lösungen zur professionellen Integration freiwilliger Helferinnen und Helfer in Krisenmanagement und Katastrophenschutz entwickelt.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Unternehmen, welche die Hilfe in Krisensituationen aktiv unterstützen und dabei ihre Mitarbeiter als Einsatzkräfte von der Arbeit freistellen. Um ein solches Engagement für die Beteiligten vorteilhaft zu gestalten, bedarf es einer angemessenen und sinnvollen Organisation.

Vorgehensweise

Die Arbeit im Projekt INKA beschäftigt sich mit zwei zentralen Anliegen:

  • der Entwicklung von neuen Anreizsystemen für bürgerschaftliches Engagement im Bereich Katastrophenschutz/Krisenmanagement und
  • der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Organisationen und Unternehmen.

Im Hinblick auf die Aktualität und Zukunftsfähigkeit des Projekts werden aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie der demografische Wandel oder die zunehmende Mobilität im Arbeitsleben berücksichtigt.

Die einzelnen Aufgaben werden durch wissenschaftliche Literaturrecherchen, repräsentative Umfragen und (halb)strukturierte Interviews angegangen. Zusätzlich findet eine Workshopreihe mit assoziierten Partnern und weiteren externen Experten statt, um einen diskursiven Ansatz im Projekt zu verankern.

Projektpartner

An dem vom BMBF geförderten Projekt sind die folgenden Partner beteiligt:

  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK) (Koordinator)
  • Berliner Feuerwehr
  • Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
  • Fraunhofer IAO
  • Universität Stuttgart IAT
  • Universität Greifswald EMAUG

Folgende Katastrophenschutzeinrichtungen und Hilfsorganisationen engagieren sich mit ihrer Expertise und Erfahrung als assoziierte Partner im Projekt INKA:

  • Arbeiter-Samariter-Bund e.V.
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  • Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
  • Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.
  • Deutscher Feuerwehrverband e.V.
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
  • Malteser Hilfsdienst e.V.
  • Verband der Feuerwehren in NRW e.V.

Ergänzend beteiligen sich Unternehmen in einem Arbeitskreis, der das freiwillige Engagement im Katastrophenschutz und dessen Integration in das Personalmanagement fördert:

  • EHEIM GmbH
  • Ford Werke GmbH
  • Pilz GmbH
  • S-Bahn Berlin GmbH
  • UniCredit Bank GmbH

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