ICT-GO-GIRLS! Förderung des Unternehmertums bei Mädchen mittels IKT

Das Projekt ICT-Go-Girls! ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes, im Rahmen des europäischen Programms für lebenslanges Lernen entwickeltes Projekt, das sich aus sieben unterschiedlichen Partnern aus Österreich, Belgien, Deutschland, Polen und Spanien zusammensetzt. Diese Partner haben ihre Erfahrungen gebündelt und nutzen Synergien, um sich der Herausforderung des geringen Anteils von jungen Mädchen in Berufen mit intensiver IKT-Nutzung und Unternehmertum zu stellen und so die digitale Kluft zu überwinden. Dieses Ziel wurde durch die Entwicklung eines innovativen Programms zur Förderung von unternehmerischem Denken und IKT-Kompetenzen bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren verfolgt.
Die folgenden Aktivitäten zeigen auf was im Rahmen von unterrichtsbegleitenden und/oder projektspezifischen Umsetzungen (an Schulen aber auch in IKT-Unternehmen) getan werden kann, um geschlechtsspezifische Ungleichheiten im IKT-Sektor zu überwinden und möglichst viele Mädchen und Jungs für die Berufswahl im IKT-Sektor zu gewinnen.


Aktivität Nr. 0: Über meine berufliche Zukunft nachdenken

Einführung und Zielsetzung Jede/r SchülerIn schreibt seine/ihre eigenen Berufsvorlieben auf. Hierzu wird ein Online-Tool verwendet. Dieses Tool besteht aus einer Serie bestimmter Fragen, die sich auf die Förderung der individuellen Reflexion konzentrieren. Die Antworten sind offen. Es wird ein Template benutzt, um die Reflexionen der SchülerInnen zu sammeln (z. B. ein Online-Fragebogen). Dieses sollte bis zum Programmende gespeichert werden und nicht für die Gruppenmitglieder sichtbar sein.

Ziele dieser Aktivität:

  • Berufe identifizieren, für die sich die SchülerInnen am meisten interessieren
  • über berufliche Vorlieben der SchülerInnen nachdenken
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r LehrerIn in folgenden Phasen durchgeführt werden:
  • Phase 1: Der/Die LehrerIn präsentiert den SchülerInnen die Zielsetzung der Aktivität. Hieist die Spontanität der SchülerInnen gefragt. Sie werden nicht vorher über technologische Berufe informiert und es werden keine Bedingungen gestellt (die SchülerInnen sollten ihre Erwartungen und Vorlieben hinsichtlich ihrer beruflichen Wünsche und Ziele frei ausdrücken können).
  • Phase 2: Vorstellung des Tools und die Frage, ob alle SchülerInnen verstanden haben, wie sie selbst reflektieren können. Außerdem muss den SchülerInnen deutlich gemacht werden, dass ihre Antworten spontan sein müssen.
  • Phase 3: Sicherstellen, dass die SchülerInnen die Aufgabe alleine lösen.

Die Rolle der LehrerInnen: Die LehrerInnen erklären die Aufgabe und managen die Klassendynamik, damit die SchülerInnen die Aufgabe individuell und unabhängig erledigen und in Ruhe ihre persönliche Wünsche und Vorstellungen aufschreiben können, ohne ihre MitschülerInnen um Rat zu fragen. Außerdem kontrollieren sie die Beiträge der einzelnen SchülerInnen und bereiten einen Bericht über deren Arbeiten vor. Dieser Bericht hat zwei Abschnitte:

  1. eine Übersicht über Berufe und berufliche Aktivitäten, die in den Arbeiten der SchülerInnen vorkommen, und die Anzahl der Jungen/Mädchen, die diese gewählt haben
  2. Sollten in den Beiträgen der SchülerInnen irgendwelche Hinweise auf Technologien vorkommen, so muss der/die LehrerIn den betreffenden Satz kopieren und in den Bericht aufnehmen.
Empfohlene IKT-Tools Online-Fragebogen-Tools wie zum Beispiel SurveyMonkey, Google Forms oder SurveyGizmo
Erfahrungen aus der Pilotierung Diese Aktivität ermutigte Mädchen und Jungen, über ihre berufliche Zukunft nachzudenken. Die meisten SchülerInnen hatten sich nie zuvor mit diesem Thema beschäftigt. Außerdem hatten sie einige unrealistische Ideen und viele Zweifel darüber, was sie schreiben sollten.

Die im Anschluss an die Aktivität stattgefundenen Diskussionen waren sehr konstruktiv und halfen den LehrerInnen, die Erwartungen, Träume oder Jobinteressen ihrer SchülerInnen besser zu verstehen.


Aktivität Nr. 1: Vorstellung der Initiative und der Tools

Einführung und Zielsetzung Diese Aktivität fokussiert sich auf die Erklärung des Ansatzes in der Klasse, die technische Unterstützung und die Rollen der TeilnehmerInnen. Die Tools sollen allen TeilnehmerInnen vorgestellt werden und die Aktivität kann in einzelnen Klassen oder in einer gemeinsamen Sitzung durchgeführt werden.

Ziele dieser Aktivität:

  • Vorstellung der Initiative
  • Vorstellung der unterschiedlichen technischen Tools, die im Laufe dieser beruflichen Entwicklung verwendet werden (z. B. soziale Plattform, individuelles E-Portfolio, spezifische Tools und Hilfsmittel)
  • Vorstellung der verschiedenen Mitwirkenden, die die SchülerInnen durch den Prozess begleiten, sowie ihrer Rollen (PartnerInnen/Kontaktpersonen, Lehrkräfte, BeraterInnen, Frauen in führenden Positionen im technischen Bereich, UnternehmerInnen oder ExpertInnen)
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r KoordinatorIn bzw. mit Unterstützung der LehrerInnen in folgenden Phasen durchgeführt werden:
  • Phase 1: Vorstellung der Ziele dieser Aktivität: Worum geht es? Wie lange dauert die Durchführung? Wie funktioniert es?
  • Phase 2: Vorstellung der IKT-Tools, die dabei verwendet werden sollen, sowie unterschiedliche Funktionen und Anwendungen dieser Tools. In dieser Phase ist es von Bedeutung, die SchülerInnen zu motivieren, proaktiv zu sein und mit anderen TeilnehmerInnen während des Prozesses zu interagieren.
  • Phase 3: Präsentation des E-Portfolios. Was ist es und wie soll es vervollständigt werden? Das erstellte E-Portfolio sollte ein Tool zur Förderung der Selbstreflexion über die Entwicklung der beruflichen Identität und Möglichkeiten von IKT am Arbeitsmarkt darstellen.

Die Rolle der LehrerInnen: Die LehrerInnen sollten eine aktive Teilnahme der SchülerInnen am E-Portfolio sicherstellen und ihnen Feedback geben. Aus diesem Grund gehört es zu den Aufgaben der LehrerInnen, TutorInnen oder BeraterInnen, die öffentlichen Profile im E-Portfolio zu lesen und die SchülerInnen zu motivieren, an den unterschiedlichen interaktiven Tools auf der sozialen Plattform mitzuwirken. Es muss bereits am Anfang der Pilotphase vereinbart werden, wer diese Rolle (eine/r oder mehrere LehrerInnen) übernimmt.

Empfohlene IKT-Tools Soziale Plattformen (wie zum Beispiel die Plattform ICT-Go-Girls!), E-Portfolio (eine nützliche Liste finden Sie hier: http://electronicportfolios.com/eportfolios/tools.html), Blogs (z. B. Wordpress, Blogger)
Erfahrungen aus der Pilotierung Die soziale Plattform des Projekts war für die LehrerInnen anfangs herausfordernd, da es sich hierbei um ein anderes Konzept im Vergleich zu einem virtuellen Campus handelt. Sobald jedoch die Strukturen und Funktionen geklärt waren, fühlten sich die meisten LehrerInnen wohl damit, für einige blieb sie dennoch eine Herausforderung.

Die Plattform schien den SchülerInnen zu gefallen und sie nutzten sie gern, um mit den Gleichaltrigen zu kommunizieren. In einigen Fällen, wie zum Beispiel an polnischen Schulen, vermissten die SchülerInnen die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern zu kommunizieren. Die meiste Kommunikation erfolgte auf nationaler Ebene.

Aktivität Nr. 2: Wie und warum verwenden wir Technologien?

Einführung und Zielsetzung In dieser Aktivität soll die Entwicklung einer digitalen Infografik in der Gruppe erfolgen. In der Infografik werden IKT-Tools dargestellt, die in der Gruppe benutzt werden sollten, wobei die besondere Betonung auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede gelegt wird.

Ziele dieser Aktivität:

  • Bewusstseinsbildung bei SchülerInnen für die zahlreichen Einsatzgebiete von IKT in allen Bereichen des täglichen Lebens sowie die Förderung ihrer vielfältigen Nutzung
  • Identifizierung von möglichen geschlechtsspezifischen Stereotypen
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r LehrerIn durchgeführt werden, wobei die SchülerInnen individuell arbeiten:
  • Phase 1: Vorstellung der Aktivität und Erklärung der Bedeutung einer Infografik anhand einiger Beispiele. Einführung einiger Tools zur Erstellung von Infografiken und der Tutorials zur Nutzung dieser Tools. Diese Aktivität kann in einer größeren Gruppe durchgeführt werden.
  • Phase 2: Gruppen-Brainstorming, um Erfahrungen zu teilen. Wofür und in welchen Bereichen des täglichen Lebens nutzen wir Technologien? Welche Technologien werden am meisten benutzt? Teamarbeit.
  • Phase 3: Jede Gruppe erstellt ihre eigene Infografik, die eine Antwort auf die in der Phase 2 gestellten Fragen bilden sollte. Teamarbeit.
  • Phase 4: Präsentation und Diskussion der Infografiken der einzelnen Gruppen. (Arbeitssitzung mit der ganzen Klasse oder Online-Diskussion).

Die Rolle der LehrerInnen:
Die Rolle der LehrerInnen besteht darin, in das Thema einzuführen und die Klassendynamik zu ermöglichen (Brainstorming und finale Diskussion), damit alle SchülerInnen ihre Aufgaben in der Gruppe durchführen und interessante Beiträge über die Nutzung von IKT machen. Sicherstellung der Mitwirkung jeder einzelnen Gruppe und der Veröffentlichung von Infografiken auf der sozialen Plattform.
Den LehrerInnen sollten Handbücher oder Tutorials zur Nutzung der Tools zur Verfügung gestellt werden, mit denen die Infografiken erstellt wurden. Diese sollten für die LehrerInnen und SchülerInnen griffbereit zur Verfügung stehen und eine kurze Erläuterung der Funktionen dieses Tools beinhalten, sodass die SchülerInnen ihre Infografiken selbstständig erstellen konnten.

Empfohlene IKT-Tools Tools zur Erstellung von Infografiken, z. B. Visual Ly, infogr.am, Picktochar etc. Die Schule oder die SchülerInnen können auch ihre eigenen Vorschläge dazu einbringen.
Erfahrungen aus der Pilotierung Die SchülerInnen an Pilotschulen arbeiteten sehr gern mit interaktiven Infografiken, um ihre Ideen auszudrücken, und schätzten diese Aktivität am meisten. Sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen betrachteten diesen Teil des Trainings als den „coolsten und lustigsten“ (Zitat einer Teilnehmerin aus Polen). Die Ergebnisse dieser Aktivität waren sehr aufschlussreich, da sich dabei herausstellte, dass sogar jene SchülerInnen, die anfangs zu einem klassischen Frauenberuf tendierten (Friseurinnen, Verkäuferin etc.), insbesondere benachteiligte junge Mädchen an einer österreichischen Schule, das Internet und neue Technologien an Schulen und in ihrem privaten Leben täglich nutzten. Sie nutzten das Internet, um Informationen mit anderen SchülerInnen auszutauschen, zu recherchieren und Hausaufgaben zu erledigen. Soziale Medien wie z. B. Facebook nutzten sie täglich.

Die Ergebnisse dieser Aktivität zeigten auch, dass die meisten SchülerInnen an IKT interessiert sind, diese jedoch mehr als „Spielplatz“ wahrnehmen denn als ein Tool, das ihre Ausbildung und die künftigen Karrieremöglichkeiten fördert.
Dies führte zu interessanten Diskussionen darüber, wie SchülerInnen IKT für andere anstatt für private Themen nutzen können.


Aktivität Nr. 3: ExpertInnen und Unternehmen, die IKT-Tools nutzen

Einführung und Zielsetzung Diese Aktivität beruht auf der Suche nach IKT-ExpertInnen und Unternehmen auf lokaler Ebene und ihrer Kontaktaufnahme. Das heißt, es werden die Gender-Perspektive in Bezug auf Frauen und Männer und die Funktionen in diesen Jobs analysiert. Die Themen sollten in gemischten Arbeitsgruppen bearbeitet werden und es sollte ein Poster (mithilfe von z. B. Glogster oder einem ähnlichen Tool) gestaltet werden. Anschließend wird dieses Poster dem Rest der Klasse präsentiert und es wird darüber diskutiert.

Ziel dieser Aktivität:

  • Beobachtung des Arbeitsmarkts im Umfeld der SchülerInnen, um Gender-Stereotypen und IKT in Bezug auf unterschiedliche Berufe zu identifizieren
Klassendynamik Die Fallbeschreibung sollte auf Basis der Vorgaben für das Design eines Online-Multimedia-Posters erfolgen:
  • Phase 1: Vorstellung der Aktivität (einschließlich der gewählten Beispiele und ihrer Verteilung an die Arbeitsgruppen) und Erklärung des gewählten Tools (Tutorials und Beispiele) in Gruppenarbeitssitzung (im Klassenzimmer)
  • Phase 2: Erstellung eines Multimedia-Posters von jedem Team mit der Fallbeschreibung (Teamarbeit). Beispiel: http://antoncofe.edu.glogster.com/gato-salvaje -Homepage
  • Phase 3: Präsentation und Diskussion über das Multimedia-Poster, das die SchülerInnen gestaltet haben (Gruppenarbeitssitzung oder Online-Diskussion)

Die Rolle der LehrerInnen:
Die Einführung in das Thema und die Gestaltung der Klassendynamik (Informationssuche und Präsentation der Fallbeispiele) fördert die Mitarbeit der SchülerInnen in der Gruppenarbeit. Die LehrerInnen regen die Reflexion über die Stereotypen in Genderfragen und IKT an.
Die LehrerInnen sollten den verschiedenen Gruppen dabei helfen, Beispiele zu finden, um die kurze Rechercheaktivität zu vervollständigen. Sie helfen ihnen, Informationen im Internet zu finden, und zeigen ihnen, wie sie persönlichen Kontakt herstellen können. Außerdem erklären sie den SchülerInnen, wie sie diese ExpertInnen und Unternehmen korrekt ansprechen können. Den LehrerInnen wird geraten, ihre SchülerInnen bei der Analyse der mit Stereotypen verbundenen Funktionen und Aufgaben in einem Unternehmen zu unterstützen. Auf diese Weise wird ihnen ermöglicht, eigene Schlussfolgerungen über Stereotypen und die Verantwortung am Arbeitsplatz zu ziehen.

Empfohlene IKT-Tools Tool für die Gestaltung eines Multimedia-Posters (Glogster) oder http://poster.4teachers.org
Erfahrungen aus der Pilotierung LehrerInnen und SchülerInnen führten diese Aktivität sehr gerne durch, da es den SchülerInnen möglich war, ihre Arbeit auf eine sehr kreative und angenehme Weise zu zeigen. Die Teamarbeit eignete sich ebenso gut für die Zuteilung von Führungspositionen an die Mädchen in der Gruppe. Manchmal war es aufgrund des Computermangels notwendig, Stift und Papier einzusetzen.


Aktivität Nr. 4: Berufliche Modelle: Fallstudien über die weiblichen Vorbilder in IKT

Einführung und Zielsetzung Die Aktivität besteht darin, eine oder mehrere Fallstudien über Frauen, die sich durch ihre erfolgreiche Karriere im IKT-Bereich auszeichnen, in der Klasse zu analysieren und darüber zu diskutieren. Diese Aktivität ermöglicht den SchülerInnen, direkte Kontakte zu weiblichen IKT-Expertinnen, Unternehmerinnen bzw. Studentinnen der IKT-Berufe zu knüpfen. So können sie Informationen über ihren Arbeitsalltag erhalten und ihnen Fragen stellen. Außerdem können sie kurze Videos dazu präsentieren.

Ziele dieser Aktivität:

  • Beispiele von Frauen zu präsentieren, die sich durch ihre erfolgreiche IKT-Karriere auszeichnen, um in der Lage sein zu können, die Präsenz von Frauen in diesem Sektor sowie die ITbezogenen Berufe zu analysieren
  • das Aufbrechen der Stereotypen bezüglich der geschäftlichen Aktivitäten im IKT-Bereich sowie Förderung der Genderfragen
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r LehrerIn in folgenden Phasen durchgeführt werden:
  • Phase 1: Präsentation der Aktivität einschließlich der gewählten Beispiele und ihre Verteilung innerhalb der Gruppen (Gruppenarbeitssitzung im Klassenzimmer)
  • Phase 2: Analyse der zugeordneten Fälle in kleineren Gruppen unter Anleitung der LehrerInnen. In dieser Phase sollten die Neugier der SchülerInnen sowie ihre Meinung zu dem analysierten Berufsweg gefördert werden.
  • Phase 3: Gestaltung der Präsentation von jeder Gruppe. In dieser Phase wird den SchülerInnen ermöglicht, direkt mit Managerinnen zu kommunizieren (Interview, Videokonferenz, E-Mail-Kontakt etc.). Der direkte Kontakt hilft bei der Herstellung von Multimedia-Elementen (Fotos, kurzen Videoclips, Podcasts, Datensammlung etc.), die in die Präsentation eingebaut werden sollen. Optional könnten die SchülerInnen die Rolle eines „Reporters: ein Tag im Leben von …“ spielen und eine Expertin begleiten, um dadurch direkte Informationen für die Präsentation zu sammeln. Diese Aktivität kann in einer kleinen Gruppe durchgeführt werden.
  • Phase 4: Präsentation der Fallbeispiele im Klassenzimmer und Diskussion (in der großen Gruppe). Das Ziel dieser Sitzung ist, dass alle SchülerInnen mehr über die Berufswahl erfahren und ihre Meinungen darüber austauschen können.
Empfohlene IKT-Tools Soziale Plattform/Kommunikationsplattform. Medien für Video-Berichte oder Podcasts.

YouTube oder VIMEO zur Veröffentlichung von Interviews

Zusätzliche Ressourcen Template für die Beschreibung des Fallbeispiels. Ein Beispiel eines Interviews mit einer IKT-Unternehmerin, das an einer spanischen Schule durchgeführt wurde: http://centros.edu.xunta.es/cpiocruce/entrevistaemprendedora/131/entrevista/index.htm
Erfahrungen aus der Pilotierung Den SchülerInnen bereitete die Aktivität Nr. 4 großen Spaß und sie verbrachten viel Zeit bei der Recherche und Analyse der Biografien von erfolgreichen Karrierefrauen im IKT-Sektor. Die Mädchen untersuchten Aufgabenbereiche, Biografien sowie Beweggründe der Frauen, die eine Karriere im IKT-Sektor gewählt haben. Außerdem analysierten sie ihren Bildungsstand und die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, um die Karriereleiter hochklettern zu können. Direkte Kontakte zu den erfolgreichen Frauen wurden über die Schule hergestellt und Managerinnen gaben den Mädchen Feedback. Weitere Informationen finden Sie auf den erstellten Postern und in den Berichten.

Bei dieser Aktivität konnten die SchülerInnen direkt oder über eine Videokonferenz mit den Frauen in Kontakt treten und ihnen aus eigener Perspektive Fragen stellen. Diese Aktivität war sehr erlebnisreich und regte zum Nachdenken an. Die weiblichen Vorbilder waren auch über diese Kontakte erfreut und boten ihre weitere Unterstützung an (über die soziale Website, E-Mails etc.). Aus unseren Erfahrungen wissen wir, dass die Expertinnen, mit denen der Kontakt aufgenommen wurde, sehr wohl über den Mangel an Frauen in diesem Sektor Bescheid wissen und gerne bereit sind, die Schulen bei diesen Fragestellungen zu unterstützen.


Aktivität Nr. 5: Business-Projekt: Gründung eines virtuellen Unternehmens

Einführung und Zielsetzung In dieser Aktivität wird beabsichtigt, ein kleines IKT-Businessprojekt in gemischten Teams (sechs bis acht SchülerInnen) zu entwickeln. Nach Möglichkeit kann ein Wettbewerb zwischen den verschiedenen Projektvorschlägen oder sogar unter den Schulen veranstaltet werden, um die SchülerInnen zusätzlich zu motivieren. Dieser Wettbewerb kann in einem Rollenspiel zwischen den Schulen jedes Landes ausgetragen werden, um das beste Businessprojekt im Rahmen des Projekts ICT-Go-Girls! auszuwählen.

Ziele dieser Aktivität:

  • Förderung der Führungsfähigkeiten und der unternehmerischen Kompetenzen in Bezug auf IKT
  • die Einstellung und Fähigkeiten bei der Nutzung von IKT üben und Kenntnisse über das eigene Potenzial verbessern. Auf diese Weise kann man dieses Potenzial in einem realen Kontext umsetzen.
  • Sichtbarmachung der vielen innovativen Ideen zur Nutzung von IKT, die von den verschiedenen Pilotschulen vorgeschlagen wurden. Förderung der Fähigkeit bei Schülerinnen, diese Ideen umzusetzen.
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r LehrerIn in folgenden Phasen durchgeführt werden:
  • Phase 1: Vorstellung der Aktivität und der Gruppen sowie die Rollenverteilung innerhalb der Gruppe. Jedes Businessprojekt wird von einem weiblichen Teammitglied geleitet, das als Businessmanagerin agiert (Chief Executive Officer: CEO). Gruppenarbeit.
  • Phase 2: Business-Vorschlag. Für jede Geschäftsidee wird ein/e TutorIn ernannt. Diese/r TutorIn soll den SchülerInnen bei der Suche nach Grundinformationen über Produkte, Marketing, Preise usw. behilflich sein, die für die Umsetzung der Idee notwendig sind. Als TutorInnen können LehrerInnen, ExpertInnen aus den Aktivitäten 3 und 4, SchulberaterInnen oder lokale weibliche Vorbilder sein. Gruppenarbeit.
  • Phase 3: Entwicklung des Business-Projekts (im Klassenzimmer und in der Freizeit). Dabei spielt die Rolle des/r TutorIn eine wesentliche Bedeutung, da sich die Arbeitsgruppen auf seine/ihre Hilfe verlassen und Ratschläge und Feedback erhalten können.
  • Phase 4: Auswahl des besten Business-Projekts. Die Business-Vorschläge sollten auf der sozialen Plattform und den ausgewählten Online-Tools gezeigt werden. Die Auswahl der besten Ideen kann durch elektronische Abstimmung, z. B. mittels Doodle oder ähnlicher Tools, oder in Abstimmung mit Schulen erfolgen.
  • Phase 5: Ein Wettbewerb zwischen den Schulen (optional). Hierzu können die gewählten Projekte jeder Schule durch ihre SchulleiterInnen anderen Schulen vorgestellt werden. Die AuswerterInnen von Ideen (die anderen Schulen) übernehmen die Rolle der Finanzierungsinstitutionen und wählen den besten Vorschlag aus.
Empfohlene IKT-Tools Die soziale Plattform und die gewählten Online-Tools (Website, Blog, Wiki). Videokonferenzen (Bigbluebutton, Vyew etc.) oder Videoaufzeichnung für die Online-Präsentation. Voting-Tool (Doodle, Tricider etc.)
Zusätzliche Ressourcen Beispiele von Business-Projekten, die an den Schulen vorgestellt wurden. Richtlinien zur Evaluierung des Business-Plans. Elemente für den Wettbewerb (virtuelle Rollenspiele)
Erfahrungen aus der Pilotierung Diese Aktivität war von der Methodologie her am anspruchsvollsten. In manchen Fällen wurden die „Unternehmen“ entworfen, in anderen Fällen gab es reale „Produkte“ in den von SchülerInnen gegründeten Unternehmen (Game-Design-Unternehmen, Web-Entwicklung etc.).

Die LehrerInnen visualisierten mit den SchülerInnen die Gründung eines Unternehmens und diskutierten über die Rollen, Aufgaben und Verantwortung. Die Mädchen konnten ihren Horizont erweitern und versuchten, die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit bzw. der Anstellung im IKT-Sektor zu erkennen.
Die meisten LehrerInnen, die an dieser Aktivität beteiligt waren, erhielten eine positive Reaktion von ihren SchülerInnen, die von der Arbeit in ihren „Unternehmen“ begeistert waren. Negativ zu vermerken war, dass diese Aktivität sehr zeitaufwändig war und manchmal keine Ressourcen (Computerräume) vorhanden waren oder es an Zeit fehlte, um die Aktivität ordnungsgemäß durchzuführen.


Aktivität Nr. 6: Meine berufliche Zukunft überdenken. Berufsprofile und berufliche Vorlieben

Einführung und Zielsetzung Im Anschluss an die bisherigen Aktivitäten sollte zum Abschluss des Prozesses jede/r SchülerIn eine persönliche Beschreibung der beruflichen Vorlieben schriftlich erfassen. Hierfür wird ein Online-Tool verwendet, um die Rückmeldungen sowie offene Fragen zum Ziel der Förderung der individuellen Reflexion zu sammeln (Online-Fragebogen).

Diese Aktivität steht im direkten Zusammenhang mit der Aktivität, die hier ganz am Anfang vorgestellt wurde. Nun wird der Prozess wiederholt. So können die SchülerInnen nach der Implementierung der ICT-Go-Girls!-Methodik ihre spontanen Meinungen vom Anfang des Prozesses (Aktivität 0) mit ihren endgültigen Perspektiven vergleichen. Dies kann ihnen helfen, sich einen Überblick über ihre anfänglichen Erwartungen und den Umfang der Veränderung ihrer beruflichen Vorstellungen zu verschaffen.
Ziele dieser Aktivität:

  • Veränderung der Wahrnehmung bezüglich der Berufe und IKT erkennen
  • Ermittlung etwaiger Veränderungen von Erwartungen der SchülerInnen in Bezug auf die Möglichkeiten, die ihnen IKT für die Zukunft bietet
  • Jobvorlieben in Bezug auf Gender zu analysieren
Klassendynamik Diese Aktivität sollte mit einem/r LehrerIn in folgenden Phasen durchgeführt werden:
  • Phase 1: Vorstellung des Ziels dieser Aktivität. Es werden die ehrlichen Meinungen der SchülerInnen gefördert. Die SchülerInnen sollen sich frei äußern können.
  • Phase 2: Vorstellung des Tools und Fragestellungen, um sicherzustellen, dass alle SchülerInnen verstanden haben, wie sie ihre Aktivität abschließen können und dass sie spontan antworten müssen.
  • Phase 3: Sicherstellen, dass die Aufgabe persönlich und individuell übernommen wurde
  • Phase 4: Der Ausgangspunkt der Aktivität wird jedem/r SchülerIn erklärt, sodass er/sie seinen/ ihren Perspektivwechsel hinsichtlich der Berufe und Geschlechterrollen bei der Berufsentscheidung analysieren kann.

Rolle der LehrerInnen:
Die Einführung in die Aufgabe und die Gestaltung der Klassendynamik, sodass die SchülerInnen die Aufgabe individuell und selbstständig in Ruhe lösen können. Sie sollten in der Lage sein, ihre Wünsche selbst aufzuschreiben, ohne dabei ihre KlassenkameradInnen um Rat zu bitten.
Die Beiträge der einzelnen SchülerInnen zu überprüfen und zu den ersten Überlegungen hinsichtlich des Ausgangspunktes zurück zu kommen, sodass die SchülerInnen sie noch einmal überdenken können.

Empfohlene IKT-Tools Online-Befragungstool wie z. B. SurveyMonkey, Google Forms oder SurveyGizmo
Erfahrungen aus der Pilotierung Die LehrerInnen waren der Meinung, dass die Pilotphase sehr interessant war und dass die Mädchen den Prozess des Perspektivenwechsels gut gemeistert haben.

Das ICT-Go-Girls! Handbuch zeigt mittels eines praxisorientierten Zugangs, wie junge Mädchen in Europas Schulen an IKT-bezogene und unternehmerische Prozesse herangeführt werden können, um sie letztendlich auf die zahlreichen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die ihnen IKT-bezogene Berufe in der Zukunft bieten können.

Weitere Informationen


Team: Business Performance Management