Strategien von Städten zur Elektromobilität

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Strategien von Städten zur ElektromobilitätDie Elektrifizierung des Verkehrs über Elektroautos, E-Bikes, Elektro-Transporter und Pedelecs wird einen starken Einfluss auf unsere zukünftige Mobilität haben. Seitdem die Bundesregierung diese Technologie stark fördert, hat die Forschung und Entwicklung zur Elektromobilität deutlich an Fahrt aufgenommen: eine Vielzahl an Studien und Untersuchungen beleuchtet bereits verschiedenste Aspekte des sich abzeichnenden Technologiewandels im Transport- und Verkehrssektor. Fragen zur technischen Machbarkeit (vgl. Wallentowitz et al. 2011), zum wirtschaftlichen Strukturwandel (vgl. Fraunhofer IAO 2011), zur Nutzerakzeptanz (vgl. Fraunhofer ISI 2011), oder auch zur Infrastruktur und zur Vernetzung von Informationstechnologien (IT), Stromnetzen und Fahrzeugen (vgl. Roy 2010) wurden bereits ausgiebig diskutiert. Ein essentielles Glied in der Kette zur Implementierung, welches dabei bisher meist weniger im Fokus stand, sind Städte und Gemeinden. Städte sind die eigentlichen »Labore« für Elektromobilität. Hier werden Elektrofahrzeuge eingeführt und Konzepte ausprobiert. Aber welche Ansätze verfolgen Städte bei der Einführung von Elektromobilität? Welches sind die Strategien und Ziele der kommunalen Herangehensweise an das Thema?

Die »Elektromobile Stadt« und die Frage nach günstigen Rahmenbedingungen für urbane Elektromobilität bildet gemeinsam mit der Analyse der Kundenakzeptanz den Schwerpunkt der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ins Leben gerufenen »Modellregionen Elektromobilität«. Im Auftrag des BMVBS und der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW) hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die wissenschaftliche Begleitung der Modellregionen für den Bereich »Elektromobilität und Stadt« übernommen. Ziel dabei ist es, ein umfassendes Verständnis über den Status quo sowie zukünftige Planungen, Herausforderungen und erfolgversprechende Strukturen und Rahmenbedingungen von Elektromobilität in Städten zu erlangen.

Die vorliegende Studie »Strategien von Städten zur Elektromobilität« untersucht die Einführung der Elektromobilität in Deutschland aus der Perspektive von Städten. Neben der Analyse der kommunalen Herangehensweise werden vor allem Fragen zu notwendigen Rahmenbedingungen und Akteurs- Strukturen erörtert sowie Best-Practice Beispiele aus deutschen sowie internationalen Städten vorgestellt. Kommunale Strategien für Elektromobilität unterscheiden sich in Ihrem Ansatz signifikant von den Strategien und Herangehensweisen der Wirtschaft oder auch des Bundes; gleichzeitig stellen sie einen der wichtigsten Bausteine zur nutzernahen Implementierung und Etablierung dieser Technologie dar. Aus diesem Grund analysiert diese Studie die Sicht und Erfahrungen der Städte aus den Modellregionen mit der Einführung von Elektromobilität. Hierfür werden zum einen die Ergebnisse der vom Fraunhofer IAO durchgeführten Städtebefragung zusammengefasst und in den Gesamtkontext städtischer Mobilitätskonzepte gestellt, zum anderen werden qualitative Daten aus Experteninterviews mit den Repräsentanten der jeweiligen Städte herangezogen, um wichtige Aspekte kommunaler Elektromobilität in ihrer Komplexität zu behandeln.

Damit stellt diese Untersuchung den komplementären Teil einer zweiteiligen Schriftenreihe zum Thema Elektromobilität und Stadt dar. Mit der »Roadmap Elektromobile Stadt« (vgl. Fraunhofer IAO 2011) wurden bereits Szenarien zur zukünftigen systemischen Verschränkung von Stadt und Elektromobilität entworfen. Aus den Ergebnissen eines Innovations-Wettbewerbs und einer Konferenz zu dem Thema »Vision Elektromobile Stadt 2050« wurde dazu eine Entwicklungslogik auf die Vision eines rein elektromobilen und emissionsfreien urbanen Verkehrs im Jahr 2050 hin aufgestellt. Diese beschreibt in Meilensteinen der nächsten Jahrzehnte den Weg zu einer nachhaltigen urbanen Mobilität: Ausgehend von den Modellregionen und Schaufenstern heute, beschreibt die Roadmap den Übergang zu einer vollständigen Elektrifizierung der städtischen Mobilität über die drei wesentlichen Entwicklungsschritte »elektromobile Flotten«, »vernetzte intermodale Städte« und »gemeinschaftlich genutzte Elektromobilität«.

Die Grundvoraussetzungen für diese zukünftigen Meilensteine werden bereits heute in den Städten der Modellregionen Elektromobilität entwickelt und erprobt. Die vorliegende Analyse städtischer Strategien konzentriert sich deshalb auf praxisnahe Fragestellungen zur aktuellen Entwicklung der Elektromobilität in deutschen Städten:

  • Welches sind die Motive für Städte, sich für die Einführung der Elektromobilität zu engagieren? Welche Maßnahmen und Aktivitäten werden konkret von den Städten ergriffen und wo sind eventuell greifbare Erfolgsfaktoren gelagert? Welche Chancen sehen deutsche Städte in der Einführung von Elektrofahrzeugen? Welches sind die wichtigsten Akteure auf kommunaler Ebene? Und wo liegen die größten Herausforderungen und ungelösten Fragen für die Zukunft?
  • Komplementär zu der Befragung deutscher Städte zeigt eine Analyse ausgewählter internationaler Städte Best Practices bei der kommunalen Strategieentwicklung und Implementierung von Steuerungsansätzen für Elektromobilität im globalen Kontext. Es lohnt sich, zum Thema Elektromobilität stets auch einen Blick über den nationalen Tellerrand hinauszuwerfen und von Erfolgen und Erfahrungen von Städten wie Amsterdam, Stockholm oder Paris zu lernen.

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